Wohnen
04.06.2018

Objekt der Woche: Leuchtendes Rund

Alejandro Aravena hat eine Leuchte entworfen, die Parks sicher macht und nur dann leuchtet, wenn sie gebraucht wird.

Laternenpfosten oder Kabel sucht man vergeblich: „O“ wird am Boden installiert oder in Bäume gehängt und ist fast unsichtbar. Untertags, wenn die Lampe nicht gebraucht wird, bleibt sie dezent im Hintergrund. Nachts wird sie durch die Bewegung des Menschen aktiviert und über Sensoren für einen begrenzten Zeitraum eingeschalten. So werden die Bedürfnisse von Natur und Mensch verknüpft: Dunkelheit wird bewahrt und im selben Zug Licht erzeugt, wenn benötigt. Pflanzen und Tiere können ihre Nachtruhe genießen, nächtlichen Joggern wird ein schönes Lichtspiel bereitet, wenn die Leuchten am Wegesrand an- und ausgehen.

International bekannt wurde Aravena 2004 mit dem Projekt „Quinta Monroy“. Er errichtete Sozialwohnungen in der chilenischen Hafenstadt Iquique – und das mit kleinstem Budget: Weil der staatliche Zuschuss nicht reichte, baute er die Häuser nur zur Hälfte fertig. Den Rest sollten die Bewohner selbst ausbauen. Das Modell macht seither Schule: Tausende solcher „Half a good houses“, wie der Architekt sein Konzept nennt, gibt es schon – nicht nur in Chile, auch in Mexiko. Für seine Arbeit, bei der das Gemeinwohl stets im Zentrum steht, wurde er 2016 mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet. Mit „O“ zeigt er, wie Design und Energiewende in Einklang gebracht und Lichtverschmutzung in Städten reduziert werden kann.

www.artemide.de