Wohnen
18.08.2017

Mut zur Veränderung

Was macht eine Stadt lebenswert? Diese Frage greift eine Schau in Linz auf und präsentiert 35 Projekte, die von Nachbarschaft, Gemeinschaft und gemischter Nutzung des urbanen Raums erzählen.

"Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert", wusste einst schon Albert Einstein. Die Worte des Genies haben sich wohl auch zahlreiche Kreative zu Herzen genommen und Ideen für ein besseres Leben in der Stadt ersonnen. Welche Projekte daraus entstanden sind, wird im Linzer Stadtmuseum veranschaulicht. In "Wege zum Glück" werden 35 Vorhaben – vom Recycling bis zur Nachhilfe – näher vorgestellt. Der Fokus liegt dabei klar auf Beiträgen aus der oberösterreichischen Hauptstadt. Es kommen aber auch Bewohner anderer Städte zu Wort – etwa aus Zürich, Berlin, Wien und Salzburg.

Vier Themenbereiche

Für einen besseren Überblick ist der Rundgang in vier Bereiche gegliedert: Der Ausstellungsraum "Mitmenschen" rückt Themen wie Gemeinschaft und Zusammenleben in urbanen Zentren in den Fokus. Ein Beispiel dafür liefert "FragNebenan", eine Plattform zum Tauschen, Schenken und Teilen. "KAMA Linz" wiederum ist ein Verein, bei dem Asylsuchende, - berechtigte und Migranten Koch-, Sport-, Sprach- und Kreativkurse anbieten.

Wie kommt man als Städter an regional produzierte Lebensmittel, ohne lange Transportwege in Kauf nehmen zu müssen? Diese Frage wird im Abschnitt " Lebensmittel" beantwortet. Es werden Einkaufsgemeinschaften und unkonventionelle Modelle vorgestellt – etwa das in Wien ansässige Unternehmen "Hut + Stiel", das Pilze auf Kaffeesatz züchtet. Oder "Zqetschte Zwetschkn", das Obst und Gemüse vor der Mülltonne rettet und kocht, was übrig bleibt. Flexible Raumnutzungsprojekte werden in der Kategorie "Zwischenraum" vorgestellt. Beispiele sind etwa das Repair-Cafe " Otelo" oder der "Raum-Wagen", ein für Workshops und Veranstaltungen umgebautes ehemaliges Feuerwehrauto. Der Verein "Velodrom" hingegen sucht einen freien Platz für Biker, um eine sportliche Radrennbahn zu realisieren.

Im Abschnitt "Selbermacher" ist der Name schließlich Programm: Zahlreiche Workshops laden die Besucher zum Mitmachen ein. Etwa die Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt "Bikekitchen", die "Linzer Lerntafel", die kostenlose Nachhilfe für Kinder aus sozial schwachen Familien anbietet oder "papplapp", ein Workshop bei dem man lernen kann, aus Karton kostengünstige Möbel und Wohngegenstände selbst herzustellen.