Wohnen
16.01.2012

Luxuriös urlauben und die Umwelt schonen

Ein Bildband stellt ökologische Unterkünfte vor – vom Vollholz-Hotel im Allgäu bis zum exotischen Dschungel-Resort.

Viele Menschen reisen, um Geist und Körper zu erholen. Doch warum dabei nicht die Umwelt schonen?

Ein nachhaltiger Urlaub setzt Planung voraus: Die beginnt bei der Wahl des Transportmittels und endet beim Hotel. Während die Entscheidung für Bus, Bahn oder Flugzeug weniger komplex ist, wird es bei der Unterkunft deutlich schwieriger. Etliche Betriebe heften sich Attribute wie bio, nachhaltig und ökologisch auf ihre Fahne. Doch welche Residenzen haben sich die Bezeichnung "Green Hotel" wirklich verdient?

Fünf Kriterien

Licht ins Dunkel bringt ein Buch, das rund 100 Bleiben vorstellt, die ökologischen Anforderungen gerecht werden. Fünf Kriterien sind entscheidend: "Eine ökologische Bauweise, die die Naturressourcen schont, der bewusste Umgang mit Erneuerbaren Energien, die Verwendung regionaler und biologischer Lebensmittel, der Rückfluss von Geld in die lokale Wirtschaft und die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region und zuletzt die Finanzierung von sozialen Projekten und Bildungsmaßnahmen über den Zimmerpreis", so die Autoren Robert Kropf und Petra Percher.

Fast überall anzutreffen

Von Wien nach Nairobi über Aspen bis nach Sansibar: Ökologische Unterkünfte findet man in fast jedem Land. Österreichs Aushängeschild ist das "Boutique-Hotel Stadthalle Wien". Es ist eines der ersten Hotels der Welt, das genau so viel Energie produziert, wie es verbraucht. "Natürlich haben am Anfang alle gesagt, das sei unmöglich", erinnert sich die Besitzerin Michaela Reitterer an die Ausgangssituation im Jahr 2008.

Es gab weltweit noch kein funktionierendes Vorbild. Doch bereits im ersten Jahr konnte das Hotel seine Energie beinahe vollständig selbst erzeugen – dank Solaranlage, Fotovoltaik, einer Wasser-Wärmepumpe und einer Raumlüftung, die 80 Prozent der Abluftwärme zurückgewinnt.

Öko-Luxus

Wie ein Vogelnest thront das "Lefay Resort & Spa" an den Steilhängen des italienischen Gardasees. Der terrassenartig angelegte Bau ist zum Teil in den Hang eingegraben und vom See aus kaum sichtbar. Fünf Pools und sechs Saunen betreibt das Hotel – das Abwasser wird gefiltert und für den Garten genutzt. Mit der Abwärme des Hauses wird die Schule von Gargnano beheizt.

In Frankreich errichtete Philippe Courtines, ehemaliger Veranstalter der Filmfestspiele in Cannes, ein Luxus-Öko-Resort. Die "Les Chalets de Philippe" nahe Chamonix sind aus naturbelassenem Holz gefertigt und ausschließlich aus brachliegenden Almhütten gebaut.

Nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel" beginnt ein Öko-Urlaub also schon an der Haustüre. So wäre der erste Schritt einer nachhaltigen Reise etwa nicht von Innsbruck nach Wien zu fliegen, sondern auf die Bahn umzusteigen.

Buchtipp

Petra Percher & Robert Kropf
"Green Hotels": Die Autoren liefern eine Anleitung für sanften Tourismus und zeigen innovative und originelle Öko-Hotels – für jeden Geschmack und jede Geldbörse.
Christian Brandstätter Verlag, €19,90