Wohnen
04.09.2014

Kunstvolle Symbiose

Stadtentwicklung kann künstlerische Impulse setzen. Das zeigt ein neues Skulpturenprojekt im Viertel Zwei in Wien.

Zwischen Trabrennbahn, Messe Wien und Ernst-Happel-Stadion spielt sich einiges ab. Die neue WU ist fertiggestellt, doch rundum wächst das Viertel Zwei weiter. Wohnungen und Büros , Kindergärten, Geschäfte und Lokale entstehen. Herzstück ist ein 5000 Quadratmeter großer See, umgeben von Grünflächen die den urbanen Lebensraum dominieren. Zusehends verwandelt sich das Areal auch in eine öffentliche Galerie für Kunstobjekte. Die Werke stehen im Freien und sind für jeden kostenlos zugänglich.

Auffallend ist etwa der "Copper Hopper" – ein Hase aus Bronze von Stephanie Taylor. Zu entdecken gibt es aber mehr: Den Eingangsbereich etwa, der von Elfie Semotan bespielt wird, das kiwigrüne Objekt der Tiroler Künstlerin Barbara Mungenast. Den pinken Schriftzug "Total Living" von Marko Lulić oder die "Wellenbrecher" von Hans Weigand. Sieben Skulpturen sind es inzwischen, die den Stadtteil im 2. Wiener Bezirk bereichern. Dabei wird es aber nicht bleiben. "Das Projekt soll wachsen", sagt Gabriele Senn, die Galeristin, die das Projekt gemeinsam mit Immobilienentwickler Michael Griesmayr konzipiert hat. "Wir möchten weitermachen und versuchen, dass sich die Firmen auf dem Gelände beteiligen."
Die Idee dazu entstand vor über zwei Jahren. Ziel war aufzuzeigen "was im Rahmen von Stadtentwicklung möglich ist", sagt Gabriele Senn. "Kunst ist ein Lernprozess. Man beginnt, sich damit zu beschäftigen und überlegt sich, ob einem das gefällt oder nicht. Dadurch wird Kommunikation ausgelöst. Das wollen wir fördern." Für unerwarteten Andrang sorgt die neue Wirtschaftsuniversität. "Der Campus hat einen Besucherstrom ausgelöst. Leute kommen nicht nur um die Architektur der WU, sondern auch um die Skulpturen zu besichtigen," sagt Senn.
Die erste Arbeit wurde im Frühjahr aufgestellt, seither wächst die Galerie kontinuierlich. "Manche Skulpturen exisiteren bereits, andere werden neu angefertigt", sagt Gabriele Senn. Doch allmählich zeigt sich die Idee hinter dem Projekt – nämlich dass "nicht immer alles groß und mächtig sein muss", wie Senn sagt. Auch subtile Eingriffe wirken atmosphärisch und machen bildende Kunst erleb- und erfahrbar – für Besucher und alle hier lebenden und arbeitenden Menschen.

Nächste Führung durch das Areal: Sonntag, 5. Oktober, 11.00 Uhr. Anmeldung unter:office@skulpturenprojekt.at

www.skulpturenprojekt.at

Das erfolgreiche Büro- und Arbeitsquartier Viertel Zwei soll zu einem Lebensviertel für Studierende, Familien, Kreative, Kinder und bisherige Anrainer werden. Die Erweiterung des Gebietes ist in zwei Schritten geplant. Einmal Richtung Süden angrenzend an das Hotel Courtyard by Marriott entlang der Trabrennstraße gegenüber des neuen WU-Campus.

Der zweite Schritt erfolgt Richtung Osten im Bereich der heutigenStallungen und der Meiereistraße hin zum Ernst-Happel-Stadion.
Mit einem Baubeginn ist im Sommer 2015 zu rechnen.

Eine Fertigstellung des ersten Planungsgebiets „Trabrennstraße“ ist 2016/2017 geplant bzw. 2020/2 021 für das Planungsgebiet „Meiereistraße“.