Wer beim Kochen einen Deckel verwendet, hält die Hitze dort, wo sie hingehört.

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Wohnen | Küchenträume
10/21/2015

Für jeden Topf gibt es den passenden Deckel

Es gibt viele Tricks, die den Stromverbrauch in der Küche drosseln können. Welche das sind, verraten wir Ihnen hier.

Es ist wohl eines der Wörter, das heutzutage am meisten strapaziert wird. Tippt man "energiesparend" bei Google ein, erhält man innerhalb von 0,36 Sekunden 535.000 Treffer. Von Autofahren bis Leuchtmittel – einfach alles geht energiesparender.

Tatsächlich gibt es aber gerade beim Stromverbrauch noch großes Potenzial. Vor allem in der Küche. "Hier kann wirklich viel Energie eingespart werden", bestätigt Sabine Vogel von "die umweltberatung". "Das betrifft nicht nur die Elektrogeräte, auch ganz einfache Maßnahmen führen zum Ziel."

Der größte Brocken

Kühl- und Gefrierschrank, Geschirrspüler und Ofen – diese Geräte sind aus einer modernen Küche nicht wegzudenken. Sie sollen aber auch den Ansprüchen der Zeit genügen. "Der größte Stromfresser ist der Kühl- und Gefrierschrank, weil er im Dauerbetrieb ist", so Vogel. "Alte oder schadhafte Geräte gehören unbedingt ausgetauscht." Ein Indiz dafür ist Eisbildung. Sie weist auf schlechte Dichtungen hin. Vogel: "Es kommt zur Wärmebildung, was sich im Stromverbrauch niederschlägt."

Auch bei der Innentemperatur ist einiges zu holen: Die meisten Kühl- und Gefrierschränke sind in den Privathaushalten zu kalt eingestellt. "Beim Kühlschrank sind fünf bis sieben Grad ausreichend", so Vogel. "Und beim Tiefkühler sind –18 Grad ideal." Was die Expertin nicht versteht, ist der Run auf überdimensionale Kühlschränke. "Sie sind dann nur zu einem Drittel gefüllt", wundert sich Sabine Vogel. "50 bis 60 Liter pro Person sind ausreichend."

Viel zu holen

Einsparungspotenzial ist auch beim Geschirrspüler vorhanden. Der Stromverbrauch kann allein dadurch um ein Drittel gesenkt werden, wenn die Waschtemperatur konsequent von 70 auf 50 Grad gesenkt wird. "Schalten Sie nur voll beladene Maschinen ein und verzichten Sie auf Vorspülprogramme", sagt Sabine Vogel. "Einfache Maßnahmen wie diese bringen unglaublich viel."

Moderne Geräte verfügen meist über spezielle Eco- oder Sparprogramme. Und diese haben es wirklich in sich. Obwohl sie zumeist lange laufen, sparen sie bis zu 30 Prozent Energie. Geeignet sind sie für normal verschmutztes Geschirr. Ein witziges Detail am Rand: Wer denkt, dass er ressourcenschonender unterwegs ist, wenn er per Hand abwäscht, irrt sich gewaltig. Die deutsche Stiftung Warentest hat ausgerechnet, dass jeder händische Spülgang 40 Liter Wasser und zwei Kilowattstunden Strom benötigt. Das unterbieten auch billige Geschirrspüler leicht. Elektrogeräte zahlen sich hier also aus.

Achtung, heiß

Beim Kochen und Backen kann ebenfalls viel Energie eingespart werden. Experten wissen, dass 14 bis 17 Prozent vom Stromverbrauch eines Haushalts auf dieses Konto gehen. Interessant ist, dass gerade hier kleine Dinge Großes bewirken. "Töpfe zudecken, Restwärme nutzen und Schnellkochtöpfe einsetzen – das sind die besten Tipps", weiß Vogel. Auch sehr wirkungsvoll: Beim Zubereiten von Nudeln oder Kartoffeln immer den Wasserkocher in Betrieb nehmen. "Das ist zwar ein leistungsstarkes Gerät, ist dafür aber nur sehr kurz im Einsatz", erklärt die Expertin. "Das Stromeinsparungspotenzial liegt hier bei 30 Prozent." Die modernen Induktionsherde sind wahre Weltmeister im Sparen – durch ihre Schnelligkeit. "Sie sind um fünf bis zehn Prozent effizienter als ein E-Herd mit Ceranfeld", so Vogel. "Umrüsten zahlt sich trotzdem nicht automatisch für jeden aus, das muss man individuell entscheiden."

Was sich im Wohnzimmer längst durchgesetzt hat, wird in der Küche wenig beachtet: Geräte im Stand-by-Modus vom Stromkreis trennen, etwa Mikrowelle und Kaffeemaschine sind große Übeltäter. Zieht man nach Gebrauch den Stecker, rattert der Stromzähler gleich weniger schnell. Und das ist ja das erklärte Ziel. www.umweltberatung.at

Tipps zum Energiesparen

  • Kochgeschirr: Achten Sie darauf, dass Töpfe und Pfannen aus einem Material mit guter Wärmeübertragung hergestellt sind, etwa Edelstahl mit Kupfer- oder Aluminiumkompensboden. Benutzen Sie einen Deckel aus Glas – das verhindert unnötiges Öffnen.
  • Backrohr: Verzichten Sie auf das Vorheizen. Nur Brot und empfindliche Teig-Arten benötigen eine konstante Hitze. Ein sauberes Fenster verhindert unnötiges Öffnen des Rohrs.
  • Richtige Hitze: Drehen Sie das Rohr bereits 15 Minuten vor dem Ende der Backzeit ab. So lange bläst der Herd nämlich noch warme Luft ins innere. Umluft- ist übrigens energiesparender als Ober- oder Unterhitze.