Die Wohntrends für 2018

Trend…
Foto: /Pedrali Man traut sich wieder: Hocker von Pedrali mit Bezügen in kräftigen Farben.

Samt, Marmor, Messing: Daran gab es 2017 kein Vorbeikommen. Wir haben Susanne Nussbaumer von der Wohnzeile4 und David Tekeli von Behan+Thurm gefragt, was in der kommenden Saison bleibt – und was kommt.

Opulenz vor Minimalismus

Klotzen – nicht kleckern, lautet das Motto. Nussbaumer: „Vor zehn Jahren war alles sehr minimalistisch. Das hat sich überholt. Puristische Stücke setzt man – wenn überhaupt – nur noch einzeln ein.“ Stattdessen  ist Behaglichkeit das große Wohnthema – wir besinnen uns wieder mehr auf uns selbst, auf Freunde und Familie und wollen unser Zuhause gemütlich und wohnlich gestalten.  Glatte, einfarbige Flächen  machen sanften Materialien, Textilien und reichhaltigen Mustern Platz. Tekeli macht dafür „Cocooning“ verantwortlich: „Ziel ist es, das Zuhause gemütlich zu machen und ,Cozyness‘ in den Raum zu bringen.“ Am Samt wird es also auch im neuen Jahr kein Vorbeikommen geben – ob als Kissen, an Sesseln und Sofas oder an Teppichen.

Mut zur Farbe

Es ist mehr denn je erlaubt: Vom Color Blocking über Stil Blocking. Tekeli: „Man will jünger, frischer, individueller auftreten und traut sich eindeutig wieder mehr.“ Bunte Objekte in kräftigem Blau und Gelb sind bei den Herstellern derzeit besonders oft zu sehen. Aber auch Pastellfarben, gedeckte, ruhige Töne und dunkle, satte  Nuancen wie Aubergine oder russisches Grün haben weiterhin Bestand. „Eigentlich alles, was in Samt gut aussieht“, fasst Tekeli zusammen. Nussbaumer stimmt zu und ergänzt: „Vor allem beim Sofa greifen die Kunden wieder zu Farbe in abgetönte Schattierungen. Grau, Schwarz, Creme und Beige, die in den vergangenen Jahren gern gekauft wurden, sind derzeit nicht so präsent. Man will Farbe und Lebendigkeit im Raum.“

Rückbesinnung auf das Handwerk

moroso belt.jpg Foto: Hersteller Sofa 'Belt' von Moroso mit handwerklichen Details und filigranem Gestell. Die Wegwerfgesellschaft emanzipiert sich und wird bewusster. „Die Frage nach der Produktionsstätte wird immer häufiger gestellt“, sagt Tekeli. „Vor allem europäische Produktionen sind gefragt.“ Nussbaumer sieht auch in der Rückbesinnung auf das Handwerk einen großen Trend: „Hochwertige Objekte, die mit Liebe zum Detail ausgedacht und umgesetzt werden,  sind  besonders beliebt. Sei es eine schöne Kantenlösung, Nähte oder Verbindungen – man besinnt sich wieder auf handwerkliche Qualitäten.“
Ebenso rücken Designklassiker wieder stärker in den Fokus und erscheinen in neuem, farbigem Gewand. Tekeli: „Thonet hat damit schon vor ein paar Jahren begonnen und den Freischwinger von Mart Stam farbig pulverbeschichtet. Diesen Trend greift aktuell etwa auch Cassina auf, die die Corbusier-Klassiker nun ebenso in Farbe anbieten.

Natürlichkeit & Leichtigeit

„Weg von künstlich hergestellten und aufwendig behandelten Materialien – hin zu mehr Natürlichkeit“, sagt Susanne Nussbaumer. Ein Trend, den auch David Tekeli bestätigt: „Kunden wünschen sich  hochwertige Materialien wie zum Beispiel edle  Hölzer und Textilien.“ Auch Marmor wird 2018 weiter eine Rolle spielen, häufig in Kombination mit  „Fenix NTM“ – ein extrem mattes und sehr robustes Nanotech-Material, das von immer mehr Herstellern eingesetzt und auf Küchenfronten, Arbeitsplatten oder als Nischenverkleidung aufgetragen wird. Neben Natürlichkeit sollten die Möbel außerdem eines ausdrücken: Leichtigkeit. Nussbaumer: „Man will keine schweren, behäbigen Möbel. Anmutige Füße und  filigrane Gestelle lassen das Interieur leicht und flexibel wirken. Dieser Wunsch hängt auch damit zusammen, dass Wohnräume immer kleiner werden.“

(kurier) Erstellt am
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