Die schönsten Designklassiker

Möbelklassiker passen in jede Wohnung. IMMO verrät wo man sie findet, und wie man sich damit einrichtet.
Fünf farbenfrohe Sessel im Design der 1950er Jahre stehen auf einem weißen Hintergrund.

60, 70 oder 80 Jahre alt, tausendmal kopiert und immer noch begehrt: Designklassiker sind die Stars eines jeden Interieurs. Ob Lampe, Sessel oder Tisch: Ihre Schöpfer – bekannte Designer, Künstler oder Architekten wie Marcel Breuer, Verner Panton, Mies van der Rohe und Arne Jacobsen – haben zeitlos schöne Legenden geschaffen.

Was die Entwürfe auszeichnet? Sie bestehen aus hochwertigen Materialien, sind perfekt konstruiert und folgen hohen gestalterischen Ansprüchen.

Zum Zeitpunkt ihrer Entstehung waren sie ein Symbol für Aufbruch und Moderne. Und bis heute werten sie unsere Einrichtung mit ihrer Geschichte auf.

Originalgetreu werden die Möbel von großen Herstellern wie Vitra, Thonet oder Knoll produziert – oft nur in kleinen Serien und in aufwendiger Handarbeit. Deshalb haben Möbelklassiker auch ihren Preis. Wer jedoch mit dem ein oder anderen Kratzer leben kann, kann ein Original auch auf dem Flohmarkt finden – mit viel Glück.

Ein Schwarz-Weiß-Porträt eines jungen Mannes in Anzug und Krawatte.

Marcel Breuer entdeckte die Vorteile von Metallrohren – angeblich als er auf seinem Fahrrad saß und den Lenker betrachtete.
Drei ineinander geschobene Satztische mit schwarzen Tischplatten und verchromten Stahlrohrgestellen.

Hocker "B9 war einer von Breuers ersten Entwürfen aus Metall. In unterschiedlichen Höhen dient er auch als Beistelltisch.
Ein Schreibtisch im Bauhaus-Stil mit schwarzer Platte und verchromtem Stahlrohrgestell.

Den Schreibtisch "S 285" gibt es in verschiedenen Ausführungen: In schwarz mit Schubladen ...
Ein weißer Schreibtisch mit verchromtem Stahlrohrgestell vor einem weißen Hintergrund.

... oder in weiß mit Ablagefächern. 
Ein Freischwinger-Sessel mit verchromtem Stahlrohrgestell und Sitzfläche sowie Rückenlehne aus Wiener Geflecht.

Freischwinger "B32": Ein einziges Metallrohr bildet Beine, Sitz und Lehne des Stuhls. Entworfen wurde er 1928, bis heute wird er von Thonet produziert.
Ein Schwarzweißporträt des lächelnden Komponisten Stephen Sondheim.

Dem Designer Verner Panton (1926 – 1998) wurde von der dänischen Königin ein Ritterkreuz für sein Lebenswerk verliehen.
Sechs Panton-Stühle in verschiedenen Farben vor einem weißen Hintergrund.

Sein berühmtester Entwurf ist der "Panton Chair": Dank Form und Material hat er hohen Sitzkomfort.
Drei Panton-Stühle in den Farben Rot, Schwarz und Weiß stehen nebeneinander.

Neuauflagen sind bei Vitra erhältlich.
Ein blauer Sessel und ein passender Hocker in Kegelform stehen auf einem weißen Hintergrund.

Erinnert an die Form einer Eistüte: Der "Panton Cone Chair" in blau...
Ein roter Kegelstuhl und ein passender Hocker stehen auf einem weißen Hintergrund.

... und rot.
Ein lächelnder Mann in einem weißen Pullover gestikuliert mit der Hand.

Alvar Aalto, Finnlands berühmtester Designer und Architekt: Sein Wohnhaus in Helsinki hat er selbst entworfen.
Ein moderner Sessel mit geschwungenen Formen aus hellem Holz und schwarzem Sitz.

Armsessel "Paimio" besteht aus gebogenem Schichtholz und wurde im Jahr 1931 für ein Sanatorium entworfen.
Ein Servierwagen aus hellem Holz mit schwarzen Fliesen und einem Korb.

Praktisch und Stylisch: Der Trolley-Tee-Tisch mit Keramik Rädern. Aalto-Entwürfe werden bis heute von Artek produziert. 
Eine weiße Hängelampe mit goldenen Akzenten hängt an einer weißen Schnur.

Pendelleuchte "A331" aus dem Jahr 1953 besteht aus verschiedenen Ringen und sorgt für sanftes Licht.
Eine hellblaue Alvar-Aalto-Vase aus Glas auf einem weißen Hintergrund.

Die Aalto-Vase hat Kultstatus: Erhältlich ist sie in verschiedenen Größen und Farben.
Schwarzweißporträt von einem Mann im Anzug, der eine Zigarette hält.

Der Gestalter George Nelson holte unter anderem Ray & Charles Eames zum US-Amerikanischen Möbelhersteller Herman Miller.
Eine goldfarbene Tischuhr mit schwarzem Zifferblatt und weißen Markierungen.

Seine Uhren sind eine erfrischende Alternative zu üblichen Zeitmessern: Tischuhr „Cone Clock“ ist ein Entwurf aus den späten 1940er-Jahren.
Eine lilafarbene Elefantenuhr mit roten Zeigern vor einem weißen Hintergrund.

Tierische Wanduhr - passt nicht nur in Kinderzimmer.
Ein Sofa mit bunten, runden Kissen auf einem Metallgestell.

Das "Marshmallow Sofa" erinnert an überdimensionale Smarties.
Eine dekorative Wanduhr im Stil der Mitte des Jahrhunderts mit einem schwarzen Zifferblatt.

Nelsons Uhrenkollektion (im Bild: "Eye Clock") wird heute von Vitra in einer Neuauflage produziert.
Eine bunte Wanduhr im Stil der 1950er Jahre mit sternförmigen Zeigern.

Entstanden sind sie in den 1950er-Jahren: Wanduhr "Sunburst Clock" verkörpert das Lebensgefühl der Fifties.
Ein Mann und eine Frau liegen mit Stuhlrahmen auf einem hellen Untergrund.

Das US-Amerikanische Designer-Ehepaar Charles & Ray Eames startete seine Karriere in den 1940er-Jahren - und zwar mit der Herstellung von Beinschienen aus gebogenem Holz. Nach Kriegsende widmeten sie sich der Möbelproduktion.
Ein modulares Regal mit Fächern, Schubladen und farbigen Paneelen steht auf einem weißen Hintergrund.

1949 entwickelten sie die "Eames Storage Units": ein neuartiges System von freistehenden, multifunktional nutzbaren Regalen, die in industrieller Serienproduktion gefertigt wurden.
Eine bunte „Hang it all“-Garderobe von Charles und Ray Eames vor einem weißen Hintergrund.

Die Garderobe "Hang it all" haben sie 1953 für ihre Kinder entworfen, aus den Resten der Drahtstuhlserie "Wire Chair".
Ein schwarzer Ledersessel mit passendem Hocker auf einem weißen Hintergrund.

Der "Lounge Chair" (LCW) aus gebogenem Schichtholz ist die Weiterentwicklung der Beinschienen. In den USA wird er vom Hersteller Herman Miller, in Europa von Vitra, produziert.
Ein Schwarzweiß-Porträt von Konrad Adenauer im Profil.

Der Architekt und Gestalter Ludwig Mies van der Rohe (1886– 1969) entwarf Gebäude und Sitzmöbel.
Zwei Barcelona-Sessel in Braun und Rot auf einem weißen Hintergrund.

Den Sessel "MR 90" – oder "Barcelona-Chair" – hat er im Jahr 1929 für die Villa Tugendhat in Brünn entworfen.
Ein brauner Barcelona-Sessel steht auf einem weißen Hintergrund.

Die Unterkonstruktion besteht aus geschwungenen Metallbändern. Neueditionen sind bei Knoll erhältlich.
Ein Freischwinger-Stuhl mit verchromtem Stahlrohrgestell und Sitzfläche aus Wiener Geflecht.

Mies van der Rohe gilt auch als Erfinder des Stahlrohr-Freischwingers "MR 20".
Ein Mann mit Schirmmütze in einer Schwarzweißaufnahme.

Isamu Noguchi (1904–1988) ließ sich auf einer Reise von den Lampions japanischer Fischerboote inspirieren.
Eine Stehlampe im japanischen Stil mit einem Lampenschirm aus Papier und einem dreibeinigen Gestell.

Er ist der Schöpfer der "Akari"-Leuchten (Im Bild: Tischleuchte "Akari 3 AD") aus Papier, das aus dem Maulbeerbaum gewonnen wird. Alle Modelle sind bei Vitra erhältlich.
Eine runde, cremefarbene Papierlampe hängt von der Decke.

Hängeleuchte „Akari 70 EN“ wurde zigfach kopiert. Es gibt über 100 Entwürfe. Sie sind federleicht und werden aus Minogami-Papier gefertigt.
Ein dreieckiger Couchtisch mit einer Glasplatte und einem dunklen Holzgestell.

Zu Noguchis Entwürfen zählen nicht nur Lampen, sondern auch Möbel: Etwa der "Coffee Table" aus dem Jahr 1944. 
Ein Mann mit Brille und Fliege hält eine Pfeife im Mund.

Die dänische Design-Ikone Arne Jacobsen wollte eigentlich Maler werden – und wurde Architekt. Berühmt wurden seine Möbel
Ein roter „Egg Chair“ Sessel von Arne Jacobsen auf einem silbernen Fuß.

Sein bekanntestes Möbel ist der "Egg-Chair", der im Kern aus Styropor besteht. Neuauflagen werden von der dänischen Firma Fritz Hansen produziert.
Drei „Egg Chair“-Sessel in Lila, Gelb und Hellblau stehen auf einem weißen Hintergrund.

Der Preis (ab zirka € 5000,–) variiert nach Art des Bezuges, der aufgrund der Rundungen in aufwendiger Handarbeit gespannt werden muss.
Ein grauer „Egg Chair“ Sessel von Arne Jacobsen auf einem weißen Hintergrund.

Gebrauchte Modelle sind rar und müssen meist
aufwendig restauriert werden.
Eine goldfarbene Stehlampe mit kegelförmigem Lampenschirm vor schwarzem Hintergrund.

Neben weiteren Stühlen wie "Swan" oder "Ant" stammt auch diese Lampe von Jacobsen, die er für das dänischen Label Louis Poulsen entworfen hat und in verschiendenen Ausführungen erhältlich ist.

Marcel Breuer

Ein Freischwinger-Sessel mit verchromtem Stahlrohrgestell und Sitzfläche sowie Rückenlehne aus Wiener Geflecht.

Freischwinger "B32": Ein einziges Metallrohr bildet Beine, Sitz und Lehne des Stuhls. Entworfen wurde er 1928, bis heute wird er von Thonet produziert.

Der deutsch-amerikanische Architekt und Designer Marcel Breuer (1902 – 1981) kam 1920 an das Bauhaus, eine der renommiertesten Kunstschulen der damaligen Zeit. Er absolvierte eine Tischlerlehre und stellte einfache, eckige Sitzmöbel her. Als er 1925 das Stahlrohr als neues Material zur Möbelproduktion entdeckte, entstand der Stuhl "Wassily" aus verschraubten und gebogenen Rohren und einer Sitzfläche aus grauem Stoff. Von Breuer stammt auch die Idee zum ersten Freischwinger, ein hinterbeinloser Stuhl aus einem federndem Stahlrohrgestell. Er erzählte dem nieder­ländischen Designer Mart Stam davon, der 1927 eine erste Serie entwarf. Ein Jahr später entwickelte auch sein Kollege Mies van der Rohe eine eigene Version. Schließlich fand Marcel Breuer eine Lösung, die dem Stuhl ohne Verstärkungen Stabilität verlieh, indem er den Durchmesser der Rohre vergrößerte.

Verner Panton

Drei Panton-Stühle in den Farben Rot, Schwarz und Weiß stehen nebeneinander.

Neuauflagen sind bei Vitra erhältlich.

Der seit Anfang der 1960er-Jahre in der Schweiz lebende Däne wurde bekannt als innovativer und experimentierfreudiger Entwerfer. Als Schüler von Arne Jacobsen entwickelte er Möbel, Leuchten und Textilien mit einer Vorliebe für starke geometrische Muster, Farben und psychedelische Grafiken. Seine Sitzmöbel bestehen aus biegsamem Kunststoff. Damit schuf Verner Panton eine völlig neue Möglichkeit, Möbel wie eine Skulptur zu konstruieren, die der Körperform gerecht sind. 1960 ist der "Panton Chair", der erste Kunststoff-Freischwinger, entstanden. Gemeinsam mit Vitra entwickelte er ihn zur Serienreife. Es dauerte etliche Jahre, bis das geschwungene Möbelstück wirklich bruchfest und aus durchgefärbtem, strapazierfähigem Kunststoff produziert werden konnte. Dafür wurde der Sessel weltweit mit Designpreisen ausgezeichnet.

Alvar Aalto

Eine hellblaue Alvar-Aalto-Vase aus Glas auf einem weißen Hintergrund.

Die Aalto-Vase hat Kultstatus: Erhältlich ist sie in verschiedenen Größen und Farben.

Sei es die Aalto Vase oder der Paimio-Stuhl aus dem Jahr 1931: Runde Formen finden sich in vielen Entwürfen des Finnen wieder. Zu Beginn seiner Karriere experimentierte er mit Metallrohren, doch das kühle Material passte nicht in sein Verständnis von Architektur. Gemäß der finnischen Handwerkstradition produzierte er fortan Möbel aus gebogenem Sperrholz. Seine Entwürfe sind Sinnbild für Leichtigkeit, Funktionalität und Anmut. Produziert und vertrieben werden sie von Artek – ein Unternehmen, das Alvar gemeinsam mit seiner Frau Aino Aalto, Maire Gullichsen und Nils-Gustav Hahl 1935 gründete. Die Geschäftsidee war, Möbel zu verkaufen und mithilfe von Ausstellungen für moderne Wohn-Kultur zu werben. Heute besteht die Artek-Produktpalette aus Aaltos Mobiliar und Beleuchtungen; aber auch aus Kollektionen prominenter internationaler Architekten wie Shigeru Ban oder Harri Koskinen.

George Nelson

Eine lilafarbene Elefantenuhr mit roten Zeigern vor einem weißen Hintergrund.

Tierische Wanduhr - passt nicht nur in Kinderzimmer.

 

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