Die angesagtesten Museen Europas

Wenn Museen selbst zu Kunstwerken werden: Internationale Star-Architekten sorgen in Kunsthäusern für ein räumliches Erlebnis.

Museen von Star-Architekten sind etwas Besonderes: Sie sprengen Größenordnungen, versetzen in Staunen und offenbaren ungeahnte Dimensionen. Ein Besuch lohnt sich also nicht nur wegen der beherbergten Kunst - die Gebäude selbst sind Kunstwerke und ziehen tausende Touristen in den Bann. Im folgenden zeigen wir die angesagtesten Museumsbauten der internationen Architekten-Prominenz, denen man unbedingt einen Besuch abstatten sollte. 

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Im Bild: Centre Pompidou-Metz in Metz (Frankreich) Centre Pompidou-Metz, Metz/ Frankreich
Die Dependance des Centre Georges Pompidou in Paris liegt etwa 330 km östlich der französischen Hauptstadt und wurde nach den Plänen der Architekten Shigeru Ban und Jean de Gastines gebaut. Die im Jahr 2010 fertiggestellte Zweigstelle erinnert aus der Ferne an ein Zirkuszelt. Im Inneren beeindrucket es vor allem mit seiner filigran geschwungenen, lichtdurchlässigen Dachkonstruktion aus Holz. 

Centre Pompidou-Metz 
1 parvis des Droits de l’Homme
F-57020 Metz, Frankreich
Tel. 03 87 15 39 39
www.centrepompidou-metz.fr Caixa Forum, Madrid/ Spanien
Museum, Konferenzzentrum und Auditorium zugleich: Der 2008 eröffnete Bau liegt im Herzen der spanischen Hauptstadt Madrid, unweit des Museums Prado, einem der ältesten Museen der Welt. Das Basler Architekten-Team Herzog & de Meuron haben das ursprüngliche Gebäude auf Stützen gestellt, wodurch ebenerdig ein überdachter Platz gewonnen wurde. Abgesehen davon, dass das Gebäude den Eindruck erweckt, als würde es schweben, ist die eindrucksvolle Fassade (eine Kombination aus korrodiertem Stahl, kupferfarbenem Stein und der vertikalen grünen Wand von Patrick Blanc) dafür verantwortlich, dass das CaixaForum zu Madrids neuem Touristenmagneten wurde.

CaixaForum Madrid 
Paseo PRADO, 36
28014 Madrid, Spanien
Tel. 913 307 300
http://obrasocial.lacaixa.es Museum Brandhorst, München/ Deutschland
Die Kunstsammlung der 1999 verstorbenen Henkel-Erbin Anette Brandhorst und ihrem Mann Udo Brandhorst ist in diesem Museum untergebracht. Vor knapp zwei Jahren wurde der markante Bau nach den Plänen des deutschen Architektenbüros Sauerbruch Hutton eröffnet. Die auffällige Außenfassade aus bunten Keramikstäben dient nicht nur der Optik. Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Energieeffizienz, denn die Stäbe verdecken ein gefaltetes Blech, das die Aufgabe hat, den Verkehrslärms zu schlucken. Durch zusätzliche Wärmepumpen werden erhebliche Energiemengen (und CO2) eingespart.

Museum Brandhorst
Theresienstraße 35, 80333 München, Deutschland 
Tel. +49 89/23805 ext. 2286
www.museum-brandhorst.de Guggenheim Bilbao, Bilbao/ Spanien
Der Guggenheim-Ableger im spanischen Baskenland ist eines von sieben Kunsthäusern der Solomon R. Guggenheim Foundation. Entworfen wurde der dekonstruktivistische Bau vom kanadisch-US-amerikanischen Architekten Frank O. Gehry. Fertiggestellt und eröffnet wurde der silbrig-funkelnde Bau 1997. Metall, Stein und Wasser wurden auf eindrucksvolle Weise zusammengefügt und spielen heute mit Licht und Schatten. 

Guggenheim Museum Bilbao
48009 Bilbao, Spanien
Tel. (+34) 94 435 90 00
www.guggenheim-bilbao.es Musée du quai Branly, Paris/ Frankreich
Etwas bunter geht es Architekt Jean Nouvel an: Bei dem von ihm entworfenen Musée du quai Branly ragen farbige Boxen aus der Fassade. Die Umgebung des langgezogenen Baukörpers wurde mit Gräsern und Sträuchern gestaltet. 2006 wurde das Haus für  außereuropäische Kunst eröffnet. Auch Nouvel lässt einen vertikalen Garten am Museum empor wachsen. Der renommierte Gartenspezialist Patrick Blanc zeichnet - wie beim CaixaForum Madrid - für die Fassadenbegrünung verantwortlich. 

Musée du Quai Branly 
37 Quai Branly, 75007 Paris, Frankreich
Tel. (+33) 1 56 61 70 00 
www.quaibranly.fr Maxxi Rom, Rom/ Italien
Im Mai 2010 hat die Pritzker-Preisträgerin Zaha Hadid das von ihr entworfene Kunstmuseum "MAXXI" in Rom eröffnet - eine beeindruckende Konstruktion aus Zement, Glas und Stahl von gigantischem Ausmaß. Es bietet 10.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, 21.000 Quadratmeter misst der gesamte Innenraum des Museums. 1,25 Millionen Arbeitsstunden wurden für den Bau des MAXXI aufgebracht, 150 Millionen Euro investiert.

Maxxi Rom
V. Guido Reni, 6
00196 Roma, Italien
Tel. 06 3210181
www.fondazionemaxxi.it Neues Museum, Berlin/ Deutschland
Das Ausstellungshaus mit der weltberühmten Nofretete-Büste wurde seit 2003 vom britischen Star-Architekten David Chipperfield restauriert - seit Ende 2009 ist des der Öffentlichkeit wieder zugänglich. In dem im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Neuen Museum sind jetzt das Ägyptische Museum, das Museum für Vor- und Frühgeschichte und Teile der Antikensammlung untergebracht. Nach der Renovierung sind nun erstmals seit 1939 wieder alle fünf Ausstellungshäuser auf der Museumsinsel zugänglich. Zugleich markiert dies einen wichtigen Schritt zur Realisierung des Masterplans, nach dem die Museumsinsel bis 2028 modernisiert wird.

Berlin Museum
Museumsinsel
Bodestraße 1, 10178 Berlin, Deutschland
Tel. (+30) 2662987
www.museumsinsel-berlin.de Tate Modern, London/ England
Für die Zukunft will sich die Tate Modern in London - eines der bekanntesten Museen weltweit - vergrößern: Geplant ist ein pyramidenähnlicher Anbau vom Schweizer Architektenteam Herzog & de Meuron (im Bild: Computergrafik der geplanten Erweiterung), der 23.000 Quadratmeter Platz für mehr Kunst schaffen soll. Eigentlich sollte die "Tate Modern 2" zu den Olympischen Spielen 2012 fertig sein, aufgrund von Finanzierungsproblemen ist allerdings ungewiss, ob der Termin eingehalten werden kann. 

Tate Modern
Bankside
London SE1 9TG 
Tel. +44 20 7887 8888
www.tate.org.uk Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz/ Liechtenstein
Der kubische Entwurf der Schweizer Architekten Morger, Degelo und Kerez wurde im Jahr 2000 eröffnet. Der zurückhaltende Bau ist eine Black Box, die komplett aus schwarz eingefärbtem Zement und schwarzem Basaltstein besteht. Ausnahme ist der Eingangsbereich, um den sich ein Glasband windet. 

Kunstmuseum Liechtenstein
Städtle 32, Postfach 370
9490 Vaduz, Liechtenstein
Tel. +423 235 03 00 
www.kunstmuseum.li Weitere Bauten sollten folgen: Zaha Hadid wagte auf diesem Gelände ihre ersten architektonischen Schritte und errichtete 1994 eine Feuerwache für die Möbelfabrik. Heute befindet sich darin ein Stuhlmuseum. Der japanische Pritzker-Preisträger Tadao Ando entwarf den Konferenzpavillon (1993). Neben den bestehenden Gebäuden wurde letztes Jahr ein weiterer Bau eröffnet: Das VitraHaus von Herzog & de Meuron. Der Häuserstapel steht im Norden des Areals, untergebracht ist die Vitra Home Collection. Kunsthaus Bregenz, Vorarlberg
Auch Österreich braucht seine Museen nicht verstecken: Seit 1997 lockt das Kunsthaus Bregenz tausende Kunst- aber auch Architekturinteressierte an. Der Schweizer Pritzker-Preisträger Peter Zumthor verkleidete den Bau mit Glasplatten, durch die nachts Kunstlicht aus dem Gebäudeinneren strahlt und das Innenleben sichtbar macht. Das mit dem Mies-van-der-Rohe Preis ausgezeichnete Haus zählt weltweit zu den bedeutendsten Museumsbauten der zeitgenössischen Architektur und ist ein anschauliches Beispiel für den Baustil des Minimalismus. 

Kunsthaus Bregenz 
Karl-Tizian-Platz 1
6900 Bregenz
05574 485940
www.kunsthaus-bregenz.at Kunsthaus Graz, Steiermark
Ganz neu ist auch dieser intergalaktische Bau von Sir Peter Cook und Colin Fournier nicht mehr: Das Kunsthaus Graz wurde 2003 im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres eröffnet. Was anfangs für Ablehnung in der Bevölkerung sorgte ist heute jedoch architektonisches Aushängeschild. Das "Friendly Alien" genannte Kunsthaus trumpft ebenso mit einer besonderen Fassade auf: Stellenweise wurden Lichtelemente integriert, die die Außenhaut des Gebäudes zum Leuchten bringen und  Botschaften in die Grazer Nacht schicken. 
	
Kunsthaus Graz
Lendkai 1
8020 Graz
Tel. 0316 80179200
www.museum-joanneum.at Museum Liaunig, Neuhaus/ Kärnten
Ein imposanter Betonklotz mit Metall-Mantel ragt im kärntnerischen Neuhaus über die Böschung. Das Museum Liaunig, vom Wiener Architekturbüro querkraft konzipiert, ist mitten in ein Hochplateau eingebettet. Das insgesamt sehr reduzierte Bauwerk orientiert sich stark am Gelände. Nur der 160 Meter lange Galerietrakt ist von außen sichtbar, der Rest des Museums befindet sich unter der Erde. 

Museum Liaunig
9155 Neuhaus 41
Tel. +43 (0)4356 211 15
www.museumliaunig.at
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