Die 10 schönsten Palais in Wien

Wien besitzt viele architektonisch wertvolle Schlösser und Palais. Wir zeigen 10 der schönsten Profanbauten in der Bundeshauptstadt.

Wien ist mit einer Fülle von Palais gesegnet. Die ersten Adelssitze entstanden im 16. Jahrhundert im damaligen Herrenviertel rund um die Minoritenkirche. Die Adelsgeschlechter, die aus allen Teilen der Monarchie, aber auch aus anderen Ländern Europas stammten, wollten sich mit dem Bau prächtiger Paläste in Wien repräsentieren und erhofften sich einen gesellschaftlichen Aufstieg. Heute dienen die Häuser vielfach als Regierungs- und Verwaltungsgebäude, Hotel oder Museum. Die Bauten wurden einer umfassenden Renovierung unterzogen und zum Teil mit modernen Zubauten ergänzt.

Klicken Sie ins Bild: Wir zeigen die schönsten Palais in Wien (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). 


Im Bild: Palais Coburg Palais Liechtenstein
Einer der größten Bauherren seiner Zeit hat sich mit dem Gartenpalais im neunten Bezirk ein Denkmal gesetzt: Der kunstliebende Fürst Johann Adam Andreas von Liechtenstein ließ hier seine Sommerresidenz errichten. Die Bauarbeiten dauerten 20 Jahre, von 1691 bis 1711. Seit 2004 ist ein Teil der fürstlichen Sammlung wieder öffentlich zugänglich: Neben dem Kunstmuseum Liechtenstein in Vaduz zeigt das Palais Liechtenstein ausgewählte Exponate - und bei dieser Gelegenheit können die historischen Räume bestaunt werden. 

Palais Liechtenstein, Fürstengasse 1, 1090 Wien
www.liechtensteinmuseum.at Palais Coburg
Das Palais mit dem modernsten Aufputz: Das neu renovierte und mit einer dominanten Glasfront in Szene gesetzte Palais Coburg in der Wiener Innenstadt hat nicht immer so ausgesehen. Bis vor wenigen Jahren war es noch vom Verfall bedroht. Jahrelang kümmerte sich keiner um das von 1840-45 errichtete Gebäude. Das Palais war heruntergekommen, von dem einst prachtvollen Gebäude auf der Bastei war kaum noch etwas übrig. Drei Jahre lang wurde renoviert, heute erstrahlt das Coburg wieder in neuem Glanz. Wer sich die Räumlichkeiten ansehen möchte, hat dazu Gelegenheit: Öffentlich zugänglich sind das Restaurant, der Basteigarten (im Bild) und der Weinkeller, durch den sich Weinliebhaber führen lassen können. Mit etwas mehr Budget kann man im Hotel Coburg Residenz auch nächtigen. 

Palais Coburg, Coburgbastei 4, 1010 Wien
www.coburg.at Palais Pallavicini und Palais Palffy
Diese beiden Prunkbauten sind Nachbarn: Das Palais Pallavicini (Bildmitte) und das Palais Palffy (im Bild rechts). Beide liegen zwischen der Albertina und der Hofburg am Josefsplatz in der Wiener Innenstadt. Erbaut wurde das Palais Pallavicini Ende des 18. Jahrhunderts. Seit über 150 Jahren befindet sich der Bau im Besitz der Markgrafen Pallavicini und wird auch heute noch von dieser Familie bewohnt. Die übrigen Räumlichkeiten werden für Feste, Banketts und Empfänge genutzt. 

Palais Pallavicini, Josefsplatz 5, 1010 Wien
www.palais-pallavicini.at Die Wurzeln des Palais Palffy reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Seit 1684 ist es in Besitz der Fürstenfamilie Pálffy von Erdöd, die ein reiches Adelsgeschlecht in Österreich-Ungarn war. Heute befindet sich darin ein Cafè, das nicht nur ein Geheimtipp unter Touristen ist. Auch Kulturveranstaltungen und Ausstellungen finden regelmäßig statt. Im Keller des Hauses werden im "Palffy Club" Cocktails serviert. 

Palais Palffy, Josefsplatz 6, 1010 Wien. 
www.palais-palffy.at Palais Ludwig Viktor
Das Palais Erzherzog Ludwig Viktor am Schwarzenbergplatz - bekannter als Burgtheater im Kasino - zählt zu den bedeutendsten Ringstraßen-Palais. Das Burgtheater hat hier seine Probenräume und Theaterbühnen. Doch ursprünglich war es nicht als Theater geplant. Erzherzog Ludwig Viktor, der jüngste Bruder von Kaiser Franz Joseph, ließ das Gebäude 1863 - im Alter von 21 Jahren - als seinen Wohnsitz errichten. Nach Skandalen zog sich der Herzog zurück ins Schloß Kleßheim und überließ das Palais 1910 militärischen Zwecken. Bis heute hat der "Neustädter Offiziersverein" hier seinen Sitz. Da das Gebäude normalerweise nicht besichtigt werden kann, lohnt sich ein Theaterbesuch: Bei Veranstaltungen und Aufführungen sind Teile des Gebäudes zugänglich.

Palais Erzherzog Ludwig Viktor, Schwarzenbergplatz 1, 1010 Wien
www.burgtheater.at Palais Porcia
Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Palais Porcia zählt zu den ältesten Palais in Wien und wurde als eines der wenigen im Stil der Rennaissance gebaut. 1660 erwarb Reichsfürst Johann Karl von Porcia das Stadtpalais - Die Bezeichnung "Palais Porcia" ist dem Haus bis heute geblieben. Heute sind darin Büroräume, unter anderem die Administrative Bibliothek des Bundes, untergebracht. Im Parterrebereich werden Kunstausstellungen veranstaltet, die einen Einblick in das sonst nicht zugängliche Palais erlauben. 

Palais Porcia, Herrengasse 23, 1010 Wien. Palais Rottal
Das Haus an der Singerstraße wird heute von der Finanzprokuratur genutzt. Errichtet wurde das Palais im 17. Jahrhundert, im Laufe der Zeit kam es aber immer wieder zu umfangreichen Umbauten. 

Palais Rottal, Kreuzung Singerstraße / Grünangergasse, 1010 Wien Palais Ferstel
Das prachtvolle Palais Ferstel auf der Freyung wurde ursprünglich 1860 als Bank- und Börsengebäude von dem Wiener Architekten Heinrich von Ferstel erbaut. Bis kurz vor dem ersten Weltkrieg zog das K&K Militärkasino in das Gebäude. In der Zwischenkriegszeit diente das Ferstel unterschiedlichsten Zwecken, was nach dem 2.Weltkrieg als Sporthalle der Wiener Basketballgemeinde gipfelte. Das Palais Ferstel wurde durch sein Café Central bekannt, das Ende des 19. Jahrhunderts Mittelpunkt der geistigen Elite Europas war. Bis heute ist das Café mit seinen traditionellen Kaffeehaus-Charme sehr beliebt. Die weiteren Räumlichkeiten werden für Veranstaltungen genutzt. 

Palais Ferstel, Strauchgasse 4, 1010 Wien
www.palaisevents.at Palais Daun-Kinsky
Das Palais Daun-Kinsky auf der Freyung wurde ursprünglich von 1713 bis 1716 für Philipp Laurenz Graf von und zu Daun errichtet und ging 1778 durch Heirat in das Eigentum der fürstlichen Familie Kinsky über. Es gilt als eines der kunsthistorisch beeindruckendsten Gebäude der Stadt Wien. Bei seinem Bau und bei der Ausstattung waren nur Künstler am Werk, die damals zur absoluten Spitzenklasse zählten. Seit 2002 dient das Palais Daun-Kinsky als Veranstaltungsort. Die renovierten Zimmer bestechen durch großartige Stuckaturen, Skulpturen und beeindruckende Freskomalerei. Das Palais (wie auch das Palais Ferstel und Harrach) befindet sich heute in Privatbesitz von Billa-Gründer Karl Wlaschek. Detail am Rande: Im 2. Hof des Palais Kinsky gab Wlaschek ein Mausoleum in Auftrag, in dem seine Eltern und seine vierte Ehefrau begraben sind. 

Palais Daun-Kinsky, Freyung 4, 1010 Wien
www.palaisevents.at
Palais Auersperg
Das über 300 Jahre alte Palais Auersperg zählte seit seinem Entstehen 1706 zu den Brennpunkten europäischer Musik-, Politik-, und Gesellschaftsgeschichte: Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn schrieben hier schon ihre Lieder. Auch im 2. Weltkrieg spielte das Haus in der Josefstadt eine entscheidende Rolle: Hier trafen sich die Widerstandskämpfer der O5, verhinderten die Zerstörung Wiens und legten den Grundstein für ein freies Österreich. Das Barock-Palais in der Wiener Josefstadt befindet sich heute in Privatbesitz. 2006 soll es für geschätzte 20 Millionen Euro von einem ausländischen Privatmann gekauft worden sein. Genutzt wird das Haus heute für Bälle, Veranstaltungen und Konzerte. 

Palais Auersperg, Auerspergstraße 1, 1080 Wien
www.auersperg.com Im Bildband "Vieler Herren Häuser" von Manfred Matzka werden 20 der schönsten Profanbauten Wiens mit zahlreichen, zum Teil bisher noch nicht veröffentlichten Bildern gezeigt. 

"Vieler Herren Häuser - 20 Wiener Palais" von Manfred Matzka, Christian Brandstätter Verlag, € 49,99.
(KURIER.at) Erstellt am
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