Birgit Feichtinger: "Blumen machen glücklich"

Blumengeschäft-Betreiberin Birgit Feichtinger.
Foto: KURIER/ Christandl

Wie kann man sich von Katastrophenmeldungen und Alltagsstress erholen? Birgit Feichtinger empfiehlt den täglichen Blick auf eine schöne Blume.

MODERNE Pflanzen-Shops sind anders: Alle paar Tage wechseln im lichtdurchfluteten Geschäft in der Stiftgasse die Sorten, die Farben, die Dekoration und einzelne Gefäße. Im Vergleich zum klassischen Anbieter gibt es hier nur relativ wenig Auswahl, aber alles ist dafür von ausgesuchter Schönheit und Qualität. Wir haben Inhaberin Birgit Feichtinger zu den aktuellen Trends befragt:

Blumengeschäft-Betreiberin Birgit Feichtinger. Foto: KURIER/ Christandl Blumengeschäft-Betreiberin Birgit Feichtinger.

In den letzten Jahren hat Ihre Branche ein völlig neues Image bekommen. Was unterscheidet die neuen Geschäfte von den herkömmlichen?
Wir verstehen uns als Dienstleister. Zu uns kommt man nicht, um 14 verschiedene Kakteensorten oder ein Potpourri an klassischen Azaleen zu kaufen. Zu uns kommt man, um sein Zuhause, sein Büro oder eine Veranstaltung ästhetisch abzurunden.
Laufkundschaft ist das Eine, das Andere ist die Event-Dekoration. Wir statten etwa seit Jahren Bereiche am Wiener Opernball aus. Jetzt haben wir gerade zu neunt den Radiologen-Kongress im Wiener Semper-Depot dekoriert, parallel dazu hatten wir noch mehrere kleinere Veranstaltungen. Das macht Spaß, obwohl es natürlich auch sehr arbeitsintensiv ist. Man ist ja mittlerweile zum Glück auch hierzulande ganz andere Standards gewohnt.

Blumengeschäft-Betreiberin Birgit Feichtinger. Foto: KURIER/ Christandl Blumengeschäft-Betreiberin Birgit Feichtinger.

Welche Blumen sind denn jetzt besonders im Trend?
In diesem Sommer ist alles total bunt und wild. Wir orientieren uns da immer auch an der Mode und da ist Flower Power jetzt ein großes Thema. Im Frühling freut man sich sowieso immer auf frische Farben, also Tulpen, Ranunkeln und Anemonen in allen Schattierungen. Sehr schön ist auch der kugelige Schneeball in seinem frischen Grün, wir zeigen ihn bei uns im Geschäft gerade mit weißen Lilien kombiniert.

Demnächst beginnen die ersten Freilandrosen, das sind alte Sorten, die sind auch ganz toll. Richtige Frühlingsblumen in dem Sinn gibt es aber eigentlich gar nicht mehr, denn heute bekommt man fast alles das ganze Jahre über. Wir versuchen uns trotzdem an saisonale Gegebenheiten zu halten, das passt einfach besser. Zusammen mit meinen Floristen versuchen mein Mann und ich sehr viel aus dem "Fair Trade"-Handel einzukaufen und ansonsten von heimischen Anbietern zu beziehen.

Blumengeschäft-Betreiberin Birgit Feichtinger. Foto: KURIER/ Christandl Blumengeschäft-Betreiberin Birgit Feichtinger.

Welcher Tradition entstammt unsere heutige Blumendekoration?
Das kommt aus der Kaiserzeit. Damals hatte man bei Hof begonnen, Festtische üppig zu dekorieren, und man legte großen Wert auf Pflanzenhäuser, die sogenannten Orangerien, zur Zucht.

Schöne Blumen sind meist nicht gerade billig, halten nur ein paar Tage und man braucht sie auch nicht unbedingt fürs tägliche Leben. Warum lohnt es sich trotzdem, welche zu kaufen?

Es gibt so viel Stress und Katastrophen in unserer Welt. Da brauchen wir unbedingt schöne Dinge, auf die von Zeit zu Zeit unser Blick fällt und die uns signalisieren: Ja, es gibt auch das Wunderbare. Ich sage immer: Blumen anzuschauen macht glücklich.

www.von-feichtinger.at

(ce) Erstellt am
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