Wohnen
05.06.2017

Wand, Leinwand - leiwand!

Wer jetzt seinen Sommer plant, sollte sich im August ein paar Tage freihalten: Anhand ausgewählter Kurz- und Langfilme blickt das Az W heuer auf das Leben in der Stadt.

Kalender zur Hand nehmen und am besten gleich eintragen: An vier Mittwochabenden wird auch diesen Sommer der Filmprojektor im Hof des Az W heiß laufen. Das Motto, dem sich die Organisatoren gemeinsam mit der Plattform wonderland gewidmet haben, lautet „Kampf um die Stadt“ und ist als Plädoyer gegen eine Architektur als Statussymbol zu verstehen. Im Gegenteil: Thematisiert wird, wie Stadt als Lebenswelt für alle funktionieren kann.

Dabei werden zentrale Fragen behandelt – etwa welche Auswirkungen die Stadtplanungsprojekte der Nachkriegszeit auf unsere Städte haben? Wie man als Bewohner die eigene Wohnumgebung mitgestalten kann? Ob Stadtentwicklung automatisch etwas alteingesessenes verdrängen muss. Und wie passen eigentlich Leerstand, Wohnungsnot und das neue Nomadentum zusammen?

Das Leben in permanenter Bewegung beleuchtet etwa Iris Blauensteiner in ihrem Film „Rast“. Darin besucht sie Besucher eines Lkw-Rastplatzes und eines Campingplatzes bei Wien. Menschen, die ständig auf Achse sind und ein Bedürfnis teilen: Das Rasten zwischen dem Reisen – die einen im Urlaub, die anderen bei der Arbeit. Außerdem gemeinsam ist ihnen, dass sie alle ihren persönlichen Platzbedarf auf das Notwendigste heruntergeschraubt haben. Das große Glück lässt sich eben auch oft auf kleinem Raum finden – zumindest für eine Nacht.

Zur Veranstaltung

Bei der fünften Ausgabe des Open-Air-Architekturfilmfestivals – heuer unter dem Motto „Kampf um die Stadt“ – sind Dokumentar-, Kurz- und Experimentalfilme sowie Animationen zu sehen, die aus 125 internationalen Einreichungen ausgewählt wurden. Immer mittwochs (9., 16., 23. und 30. August) im Innenhof des Architekturzentrums Wien (Az W) ab 20.30 Uhr. Museumsplatz 1, 1070 Wien, www.azw.at