Architekt und Designer: Marcel Breuer

In Europa ist Breuer als Möbeldesigner bekannt, in den USA hingegen als Architekt: Beide Seiten zeigt nun eine Sonderschau im Hofmobiliendepot.

Während Marcel Breuer in Europa vor allem als Möbeldesigner bekannt ist, schätzt man ihn in den USA in erster Linie als Architekten. Die Ausstellung "Marcel Breuer - Design und Architektur" im Wiener Hofmobiliendepot zeigt nun beide Facetten des aus Ungarn stammenden Bauhaus-Mitglieds.

Im Bild: Stahlrohrsessel B3 (Wassily), 1925. Marcel Breuer (1902-1981) gehört als Designer und Architekt zu den einflussreichsten und bedeutendsten Gestaltern des 20. Jahrhunderts. Bereits im Alter von 23 Jahren entwarf der gelernte Tischler mit dem Stuhl "Wassily B3" eines der bedeutendsten Sitzmöbel der Designgeschichte. 

Im Bild: Marcel Breuer im Wassily-Sessel (B3), ca. 1926 Breuers Stahlrohr-Entwürfe – wie etwa auch der Bauhaus-Hocker oder die diversen Freischwinger – stehen
bis heute beispielhaft für das Design einer ganzen Epoche.

Im Bild: Liege No. 1097, 1932 Doch nicht nur den Möbeln aus Stahlrohr hat der gelernte Tischler zum weltweiten Durchbruch verholfen. 

Im Bild: Stapelstuhl Isokon, 1936 Auch mit den in den 1930er Jahren entworfenen Möbeln aus Aluminium und verformtem Schichtholz schrieb er Designgeschichte und inspirierte nachfolgende Designergenerationen.

Im Bild: Armstuhl ti 1a, 1922. Wie prägend seine Möbelentwürfe waren, zeigte sich in ihrer raschen Verbreitung. Nicht nur Breuers großer Förderer Walter Gropius ließ bereits 1925/26 sein Meisterhaus in Dessau von seinem Schüler einrichten ...

Im Bild: Musterwohnung in der Schweizer Werkbundsiedlung "Neubühl", Zürich, um 1934; Stuhl, Schreibtisch, Liege und Regal von Marcel Breuer ... auch Bauhaus-Lehrer László Moholy-Nagy, Maler Wassily Kandinsky sowie das Architektenpaar Aino und Alvar Aalto in Helsinki richteten sich mit den modernen Breuer-Möbeln ein.

Im Bild: Esszimmer in der Wohnung Piscator, Berlin, 1927. Trotz aller Erfolge im Möbelbau wollte Marcel Breuer in erster Linie Architekt sein. Spätestens seit Mitte der 1920er Jahre begriff er das Bauen als das eigentliche Ziel seiner beruflichen Tätigkeit.

Im Bild: Saint John's Abtei und Universitätskomplex, Collegeville, Minnesota. Marcel Breuer vor der Baustelle der Kirche, ca. 1961. Er emigrierte 1937 nach Amerika und unterrichtete an der Architekturfakultät der Harvard University in Cambridge. Gemeinsam mit seinem Förderer Walter Gropius gründete er zudem ein gemeinsames Architekturbüro, das bis 1941 bestand
und vorwiegend Einfamilienhäuser plante. 

Im Bild: Marcel Breuer und Walter Gropius, Haus Breuer 1, Lincoln, Massachusetts, 1938/39, heutiger Zustand. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs verlegte Breuer sein Büro nach New York und profilierte sich zunächst auch hier mit Einfamilienhäusern. Seit Beginn der 1950er Jahre realisierte Breuer auch zahlreiche prestigeträchtige Großprojekte, wie etwa die Unesco-Zentrale in Paris oder das Whitney Museum of American Art in New York. 

Im Bild: Haus Breuer II, New Canaan, Connecticut, 1947-48 Obwohl er weltweit bedeutende Bauten verwirklichen konnte, blieben seine architektonischen Werke in Europa weitgehend unbekannt. Marcel Breuer (im Bild: Portrait um 1949) starb am 1. Juli 1981 in New York. Zum 30. Todestag bietet diese Ausstellung eine gute Gelegenheit, sein Werk und seine Rolle in der Design- und  Architekturgeschichte zu überprüfen bzw. kennen zu lernen.

Die vom Vitra Design Museum konzipierte Retrospektive ist die erste Ausstellung, die neben dem Design auch Breuers Leistung als Architekt würdigt. In Wien werden anhand von vier exemplarischen Modellen seine Einfamilienhäuser gezeigt.

Hofmobiliendepot Wien (Andreasgasse 7, 1070) 
16. März – 3. Juli 2011
Täglich außer Mo 10.00 – 18.00 Uhr

www.hofmobiliendepot.at
(KURIER.at) Erstellt am
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