Wissen und Gesundheit
25.02.2015

Zwei von drei Rauchern sterben an den Folgen ihrer Sucht

Rauchen verkürzt das Leben um zehn Jahre, sagen australische Forscher. Es gebe aber Hoffnung für alle, die früh genug aufhören.

Zum ersten Mal ermittelte eine groß angelegte Studie in Australien die Sterberate bei Rauchern. Insgesamt sterben zwei von drei Raucher an den Folgen ihrer Sucht, schreiben die Autoren in der Fachzeitschrift BMC Medicine. Etwa zehn Jahre Lebenszeit verlieren die Raucher dadurch gegenüber ihren nichtrauchenden Mitmenschen. Die Wissenschaftler des Sax Institutes beobachteten vier Jahre lang die Gesundheitsdaten von mehr als 200.000 Menschen. Das macht die Studie zur größten ihrer Art auf der südlichen Welthalbkugel.

Lange wurde geglaubt, dass etwa die Hälfte der Abhängigen an den Folgen von Tabakkonsum sterben würde. "Wir wussten, dass Rauchen schädlich ist. Die neuen Ergebnisse sollten nun noch mehr alarmieren", sagt die führende Autorin Emily Banks. "Sogar bei den geringen Raucherraten in Australien liegt die Wahrscheinlichkeit eines frühzeitigen Todes bei Rauchern durchschnittlich drei Mal höher als bei Nichtrauchern."

Aber auch die Menge des Tabakkonsums ist entscheidend. Bei zehn Zigaretten am Tag erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen frühzeitigen Tod um das Doppelte, bei einer Schachtel täglich steigt das Risiko auf das Vier- bis Fünffache. Es gibt jedoch einen Lichtblick für jene, die mit dem Rauchen aufhören möchten. Wer vor seinem 45 Lebensjahr den Zigaretten abschwört, kann sich von den meisten Schäden erholen, die der Tabak im Körper angerichtet hat.

Australien gehört mit einer Raucherrate von nur 13 Prozent zu den führenden Ländern im Kampf gegen den Tabak. Die Regierung versucht immer wieder mit Erhöhungen der Tabaksteuer oder mit Schockbildern auf Zigarettenpackungen die Raucherzahlen zu senken. "Die Erhöhung der Tabakpreise ist das effektivste Mittel, um die Nachfrage zu stoppen", sagt Kerry Doyle, Geschäftsführerin der National Heart Foundation. "Die Studienergebnisse zeigen deutlich, dass die australische Regierung diesen Weg weiterführen muss."