Das Schampoo vor dem Ausspülen einige Minuten einwirken lassen. Schon nach wenigen Wochen sollte sich ein bemerkbarer Effekt einstellen.

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Wissen Wissenschaft
10/14/2021

Weichmacher in Shampoos könnten frühzeitigen Tod begünstigen

Chemikalien in Make-up und Shampoos stehen laut einer Untersuchung im Zusammenhang mit Todesfällen.

Eine Studie zu den Auswirkungen von Phthalaten auf den menschlichen Körper wurde in der Zeitschrift "Environmental Pollution" veröffentlicht.

Darin zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Phthalaten - die als Weichmacher dienen - und einem frühen Tod. Das "NYU Langone's Center for the Investigation of Environmental Hazards" in den USA analysierte Daten von mehr als 5.000 Erwachsenen zwischen 55 und 64 Jahren. Diejenigen, die die höchsten Phthalatwerte im Urin aufwiesen, hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit einen frühzeitigen Tod innerhalb von zehn Jahren zu sterben als die Kontrollgruppe mit niedrigen Phthalatwerten.

Insbesondere Herzprobleme führen demnach zu einem Todesfall aufgrund von Weichmachern im Körper.

Die Amerikanische Chemievereinigung entgegnet, dass es viele Ungenauigkeiten in der Studie gibt.

Der Leiter der Studie gibt auch zu verstehen: "Das ist keine fertige und repräsentative Studie, es kann nur eine Assoziation hergestellt werden." Eine Assoziation zwischen dem Phthalat-Gehalt im Körper und Krankheiten, die zum Tod führen.

Fast überall zu finden

Phthalate sind vor allem in Make-up, Shampoos, Duschgels, Seifen oder Haarspray zu finden, um Düfte länger einschließen zu können. Aber auch in Kinderspielzeug sind sie enthalten, um Gegenständige weniger brüchig zu machen oder sie werden über Nahrungsmittel aufgenommen, die in Verpackungen mit Phthalate-Inhaltsstoffen verkauft werden.

Seit Jahren ist bekannt, dass die Weichmacher hormonell wirksam sind. Fehlfunktionen im Gehirn und Immunsystem können die Folge sein.

Wer Phthalate reduzieren will, sollte auf Duftstoffe in Duschgels und Co. verzichten, Kunststoffe meiden, die spülmaschinengeeignet sind, und auf Inhaltsstoffe achten, die als DEP, Diethylphthalat, DMP, oder Dimethylphthalat Phthalate angeführt werden - und alle Stoffe die mit -phthalat enden.

Was sind Phthalate

Laut dem deutschen Umweltbundesamt: Phthalate sind Verbindungen der Phthalsäure (1,2-Benzoldicarbonsäure) mit verschiedenen Alkoholen (Phthalsäureester).

"Phthalate werden vor allem als Weichmacher für Kunststoffe eingesetzt. Erst ihre Zugabe verleiht dem an sich harten und spröden Kunststoff Polyvinylchlorid (PVC) elastische Eigenschaften und ermöglicht, dass er als Weich-Kunststoff eingesetzt wird. Die chemische Industrie produziert in Westeuropa jährlich rund eine Million Tonnen Phthalate. Mehr als 90% gehen in die Produktion des Weich-PVC. Sie werden zum Beispiel in Kabeln, Folien, Fußbodenbelägen, Schläuchen, Tapeten, Sport- und Freizeitartikeln eingesetzt."

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