Erstes Spinnennetz, das von einer Spinne von der Erde im All gesponnen wurden ist

© Nasa

Wissen Wissenschaft
02/22/2021

Warum diesmal Tiere mit ins Weltall gereist sind

Spinnen, Mäuse, Hunde, Fösche: Tiere im All haben eine lange Tradition. Am Wochenende flogen Würmer zur Internationalen Raumstation - im Dienste der Forschung.

Bei den Nachschubmissionen für die Astronauten der Internationalen Raumstation ISS war schon allerlei Ungewöhnliches im Gepäck. Vor zwei Jahren war  ein Ofen dabei, damit sich die Besatzung im All ein paar Kekse aufbacken kann. Eine sündhaft teure Saugtoilette wurde ebenfalls bereits angeliefert. Auch diesmal hat der private Frachter Cygnus, der am Wochenende zur ISS aufbrach,  Dinge an Bord, die man gewöhnlich nicht auf einer Raumstation verortet:  Würmer.

Die Tire sind für besondere Experimente gedacht und beileibe nicht die ersten Versuchskaninchen.  Die ersten Lebewesen im Weltraum waren Insekten. Im Laufe der Jahre folgten Hamster, Schweine, Spinnen, Bärtierchen, Fische, Fruchtfliegen, Mäuse, Hunde, Frösche, Geckos, Affen, Kaninchen, Fadenwürmer, Schmetterlinge und Quallen.

One-way-Ticket

Tiere bekamen zuerst den Vortritt, weil Wissenschafter wissen wollten, ob sie überleben. Anfangs ging der Trip ins All für die meisten  nicht gut aus: Sie reisten mit einem One-way-Ticket, starben an Überhitzung, verhungerten oder verglühten in der Atmosphäre.

Mitunter sind sie aber viel widerstandsfähiger als wir Menschen: 2013 zerbrach das Spaceshuttle Columbia bei der Rückkehr zur Erde in 100 Kilometern Höhe. Alle sieben Astronauten starben. Später fand die NASA in den Trümmern allerdings tierische Überlebende. In einem Experiment-Behälter hatten Fadenwürmer den Absturz in die Atmosphäre überstanden.

Wo Menschen im Weltraum innerhalb kürzester Zeit ersticken, erfrieren, verstrahlt und komplett dehydriert (entwässert) wären, überdauern Bärtierchen in einer Art Todesschlaf. Die weniger als einen Millimeter großen Achtbeiner überlebten zehn Tage im Weltraum an der Außenseite einer Rakete.

Den tierischen Langzeitrekord im All halten Nager. 20 genetisch identische Zwillingsmäuse checkten 2018 auf der Internationalen Raumstation ISS ein. Ihr Job: drei Monate lang einfach nur fressen, schlafen und spielen.

Knochenschwund erforschen

Und jetzt eben Würmer: Diesmal sollen die Astronauten untersuchen, wie sich die Würmermuskel in der Schwerelosigkeit entwickeln. Die Nasa erhofft sich davon neue Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Langzeitmissionen auf die Gesundheit ihrer Besatzungen. Denn der Knochenschwund in der Schwerelosigkeit ist eines der größten Probleme, will man irgendwann Menschen zum Mars schicken.

Langfristiges Ziel der Wissenschafter ist es auch, ein Medikament gegen Osteoporose zu entwickeln. Bei dieser Krankheit werden die Knochen langsam abgebaut und brechen leichter. Vor allem ältere Frauen leiden daran.

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