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Verwirrung um Impfstoff-Wirksamkeit: Berlin stellt sich hinter AstraZeneca

Der britisch-schwedische Konzern dementiert Berichte, wonach der Impfstoff nur eine Wirksamkeit von acht Prozent haben soll. Auch die deutsche Bundesregierung stellt sich hinter AstraZeneca.

01/26/2021, 12:33 PM

Der britische Pharmahersteller AstraZeneca hat Berichte √ľber eine sehr geringe Wirksamkeit seines Impfstoffs bei Senioren zur√ľckgewiesen. Berichte, dass das Mittel bei Menschen √ľber 65 nur eine Wirksamkeit von acht Prozent habe, seien "komplett falsch", teilte ein Sprecher am Dienstagmorgen mit. AstraZeneca verwies unter anderem darauf, dass die Notfallzulassung der britischen Aufsichtsbeh√∂rde f√ľr Arzneimittel (MHRA) √§ltere Menschen mit einschlie√üe.

Eine Studie habe gezeigt, dass der Impfstoff auch bei Senioren eine starke Immunantwort auslöse. Allerdings heißt es in dieser Studie auch, dass es wegen geringer Fallzahlen noch zu wenig Daten zur Wirksamkeit bei älteren Menschen gebe.

Das deutsche Handelsblatt hatte zuvor berichtet, dass der gemeinsam von AstraZeneca und der Universit√§t Oxford entwickelte Impfstoff bei Menschen √ľber 65 Jahren nur zu acht Prozent wirksam sei. Man berief sich auf "Quellen innerhalb der deutschen Regierung".

Dementi aus Deutschland

Die deutsche Bundesregierung hat die Berichte √ľber die geringe Wirksamkeit in der Zwischenzeit ebenfalls zur√ľckgewiesen. Entsprechende Darstellungen k√∂nnten nicht best√§tigt werden, teilte das Ressort von Jens Spahn (CDU) am Dienstag mit. Das Ministerium erl√§uterte, auf den ersten Blick scheine es so, dass Dinge verwechselt w√ľrden: Rund acht Prozent der Probanden der AstraZeneca-Wirksamkeitsstudie seien zwischen 56 und 69 Jahre alt gewesen, nur drei bis vier Prozent √ľber 70 Jahre. Daraus lasse sich aber nicht eine Wirksamkeit von nur acht Prozent bei √Ąlteren ableiten.

Zulassung Ende der Woche

Das Pr√§parat des britisch-schwedischen Pharmakonzerns galt lange als Star unter den Impfstoffkandidaten. Auch √Ėsterreichs Politik setzte gro√üe Hoffnungen in die Zulassung des Vakzins. Es sollte die RNA-Vakzine von Biontech und Moderna erg√§nzen und den Weg in die zweite Impfphase ebnen, in der sich die Menschen auch bei den Haus√§rzten impfen lassen k√∂nnen. Auch weil der Impfstoff von Astra-Zeneca, anders als die RNA-Mittel, keine extremen Minusgrade bei der Lagerung ben√∂tigt. 

Erst gestern hatte Gesundheitsminister Anschober verlauten lassen, er erwarte erste Lieferungen des AstraZeneca-Impfstoffs ab dem 7. Februar. Beim ‚ÄěSteering Board Meeting‚Äú zur EU-Impfstoffbeschaffung gab der Chef von AstraZeneca laut einer Aussendung des Gesundheitsministeriums am Montag bekannt, dass die Zulassung des Impfstoffs voraussichtlich Ende dieser Woche erfolgen soll.

Schon im Vorfeld hatte sich gezeigt, dass Astra-Zeneca im Gegensatz zu Pfizer/BioNTech und Moderna, die eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent gegen COVID-19 gezeigt haben, nur  62 bis 90 Prozent erzielten.

Gesundheitsministerium pr√ľft

Nach Handelsblatt-Informationen pr√ľft das deutsche Gesundheitsministerium bereits, ob die nach Alter gestaffelte Impfreihenfolge angepasst werden muss. Im ung√ľnstigsten Fall lie√üe sich wom√∂glich das Versprechen, jedem im Sommer ein Impfangebot machen zu k√∂nnen, nicht halten.

Am Montag gab zudem der US-Konzern Merck bekannt, dass er die Entwicklung eines eigenen Impfstoffs gestoppt hat. Und Moderna meldete, dass der eigene Impfstoff bei Mutationen seine hohe Wirksamkeit unter Senioren ebenfalls nicht bestätigen kann.

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