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Wissen Wissenschaft
09/10/2021

Ig-Nobelpreis für die Luftanalyse in Kinos während Sex-Szenen

Auch Österreich wurde bei der 31. Verleihung der alternativen Wissenschaftsauszeichnung in der Kathegorie Chemie geehrt.

Wenn gescheite Menschen selbstironisch sind und ihre kuriose Forschung seriös publizieren, können sie sich alljährlich für den Ig-Nobelpreis qualifizieren. In der Fachwelt ist die Auszeichnung, die „erst zum Lachen und dann zum Denken anregen“ soll, längst Kult. Heuer wurden die undotierten Auszeichnungen zum 31. Mal vergeben - wegen der Corona-Pandemie ohne die üblich schrille Gala, dafür mit viel Humor im Internet. Die Veranstalter wollten jedenfalls „das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren“. Auch österreichische Wissenschaftler fanden sich unter den Preisträgern.

Bakterien in weggeschmissenen Kaugummis und Bärte zum Schutz vor Faustschlägen ins Gesicht: Insgesamt wurden zehn wissenschaftliche Studien zum Schwerpunkt "Maschinenbau" in den USA mit „Ig-Nobelpreisen“ ausgezeichnet. Ignoble - also unehrenhaft - sind sie keineswegs:

Kathegorie Chemie

Wissenschaftler aus Österreich, Deutschland, Großbritannien, Neuseeland, Griechenland und Zypern bekamen die Ehrung in der Kategorie Chemie für die chemische Analyse der Luft in Kinos. Sie testen, ob die von Zuschauern produzierten Gerüche zuverlässig den Grad von Gewalt, Sex, antisozialem Verhalten, Drogengebrauch und Fluchen in dem Film auf der Leinwand widerspiegeln.

Kathegorie Wirtschaft

Forscher aus Österreich, Frankreich, der Schweiz, Australien, Tschechien und Großbritannien erhielten den Preis in der Kategorie Wirtschaft für die Entdeckung, dass das Übergewicht der Politiker eines Landes ein guter Indikator für die Korruption in diesem Land sein könnte.

Kathegorie Medizin

Experten aus Deutschland, Großbritannien und der Türkei wurden in der Kategorie Medizin ausgezeichnet - für den Beweis, dass Orgasmen beim Sex genauso effektiv wie abschwellende Medikamente dabei helfen, die Nasenatmung zu verbessern.

Kathegorie Ökologie

Außerdem bekamen unter anderen Wissenschaftler aus Spanien und dem Iran einen Preis in der Kategorie Ökologie für die Nutzung genetischer Analysen. Mit deren Hilfe wurden verschiedene Arten von Bakterien identifiziert, die sich in weggeschmissenen Kaugummis finden, die auf Bürgersteigen in unterschiedlichen Ländern kleben. Kaugummi kauend bedankten sich die Preisträger für die Ehrung.

Kathegorie Frieden

Forscher aus den USA freuten sich über die Auszeichnung in der Kategorie Frieden für das Testen der Hypothese, dass Bärte in der Entwicklung des Menschen entstanden, um sich vor Faustschlägen ins Gesicht zu schützen. Sie ließen sich mit umgehängten langen Bärten feiern. Für die Forschung seien Modelle benutzt worden, sagte einer der Wissenschaftler. „Wir haben uns nach einiger Überlegung dagegen entschieden, uns gegenseitig mit der Faust ins Gesicht zu schlagen - ob mit oder ohne Bart.“

Kathegorie Biologie

Susanne Schötz, eine Forscherin aus Schweden, die den Preis in der Kategorie Biologie für ihre Erforschung der Kommunikation zwischen Katzen und Menschen bekam, nahm die Ehrung mit einem Haarreif samt Katzenohren darauf an. „Was für eine Ehre, ich bin sprachlos“, sagte Schötz - und ahmte dann zahlreiche verschiedene Katzenlaute nach.

Forscher aus Namibia, Südafrika, Tansania, Simbabwe, Brasilien, Großbritannien und den USA wurden geehrt für den experimentellem Versuch, ob es sicherer ist, Nashörner in der Luft falsch herum zu transportieren.

Normalerweise verfolgen mehr als 1.000 Zuschauer die Gala live vor Ort in einem Theater der Elite-Universität Harvard. Aber auch bei der rund anderthalbstündigen Online-Preisverleihung, die diesmal unter dem Oberthema „Maschinenbau“ stand, flogen Papierflieger, gab es Sketche, bizarre Kurz-Opern und noch viel mehr skurrilen Klamauk.

„Wir hoffen, dass die Pandemie bis nächstes Jahr gezähmt ist und wir unsere 32. Verleihung wieder in unserem traditionellen Zuhause machen können“, sagte Moderator Marc Abrahams, Herausgeber einer wissenschaftlichen Zeitschrift zu kurioser Forschung - bevor er die Gala wie immer mit seinen traditionellen Abschlussworten beendete: „Wenn Sie dieses Jahr keinen Ig-Nobelpreis gewonnen haben, und besonders dann, wenn Sie einen gewonnen haben: mehr Glück im nächsten Jahr!“

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