Reef fish swim above recovering coral colonies on the Great Barrier Reef off the coast of Cairns, Australia

© REUTERS / LUCAS JACKSON

Wissen Wissenschaft
07/20/2021

Forschende: Was die Korallenriffe jetzt noch retten kann

30 Prozent seien bereits verloren, 40 Prozent aktuell massiv bedroht.

Ein internationales Team von Forschenden hat die Politik in einem am Dienstag ver√∂ffentlichten Positionspapier aufgefordert, mit konkreten Ma√ünahmen gegen das Absterben der weltweiten Korallenriffe vorzugehen. "Die aktuellen Forschungsergebnisse zeigen, dass nur sehr wenige Korallenriffe intakt bleiben werden, wenn wir jetzt nicht handeln", betonte Christian Wild, Professor f√ľr Marine √Ėkologie an der Universit√§t Bremen.

Das Strategiepapier sei als Weckruf zu verstehen, sagte Wild, Organisator des 14. Internationalen Korallenriff-Symposiums, auf dem sich bis Freitag 1.200 Fachleute digital austauschen. Die Riffe bef√§nden sich an einem Wendepunkt, 30 Prozent seien bereits verloren, 40 Prozent massiv bedroht. Ursachen f√ľr die Zerst√∂rung dieser bedeutenden √Ėkosysteme seien vor allem die √úberfischung und die Verschmutzung der Meere sowie der Klimawandel.

Handlungsbedarf

Die Expertinnen und Experten fordern drei Ma√ünahmen: die Begrenzung der Erderw√§rmung auf 1,5 Grad Celsius, die Verbesserung lokaler Bedingungen f√ľr die Riffe etwa durch Kl√§ranlagen und die Wiederaufforstung von Mangroven sowie die aktive Restauration von Korallenriffen.

Bei der Wiederherstellung von Riffen sollen neue Ansätze verfolgt werden: "Das Ziel ist die Aufzucht von 'Superkorallen', die besonders hitzeresistent sind", sagte Wild. Sie könnten Wassertemperaturen von bis zu 34 Grad Celsius aushalten. "Normalerweise fangen sie bei 29 Grad Celsius an zu bleichen", sagte der Wissenschafter. Entsprechende Feldversuche seien vielversprechend.

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