Ein 3.105 Meter hoher Arbeitsplatz

Seit 136 Jahren werden im Nationalpark Hohe Tauern Sonne, Wind und Wolken beobachtet. Aktuelle Leiterin der Station ist Elke Ludewig. Sie hat den Klimawandel vor der Haustür. Das Lachen vergeht ihr trotzdem nicht.
Elke Ludewig leitet die Wetterbeobachtungsstation am Hohen Sonnblick. Den Klimawandel hat sie vor der Tür.

Ein Schönwetter-Arbeitsplatz ist das hier nicht. Frische 2,8 Grad hat es am Hohen Sonnblick an diesem Augusttag, es ist windig und nebelig. Für Elke Ludewig quasi T-Shirt-Wetter. Seit 2016 leitet die 35-jährige Meteorologin das historische meteorologische Observatorium in den Hohen Tauern, wo seit 136 Jahren klimatologische Messungen durchgeführt werden. Davor arbeitete die gebürtige Münchnerin in der Polarforschungsstation Neumayer III in der Antarktis. Bis zu Minus 49,5 Grad hat es dort. 14 Monate Antarktis haben Frau Ludewig kälteresistent gemacht. Wenn die Besucher dick eingemummt auf dem windigen Sonnblick-Gipfel auf 3.105 Meter Seehöhe zittern, steht die Wissenschafterin mit offener Jacke und strahlendem Lächeln da und erklärt Dinge, die eigentlich gar nicht zum Lachen sind.

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