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Wissen Wissenschaft
06/22/2020

Clusteranalyse: Dem Virus weiter auf der Spur

Um eine zweite Welle zu vermeiden, setzt Österreich auf eine stetige Clusteranalyse.

von Elisabeth Mittendorfer

Wo haben sich die meisten Österreicher mit Corona infiziert? Welche Folgen werden die Lockerungen der Maßnahmen haben? Wie hoch ist das Risiko,  sich in den öffentlichen Verkehrsmitteln anzustecken? Um herauszufinden, wie und wann sich das Virus in Österreich verbreitet hat, betreibt die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) eine stetige Clusteranalyse. Sie ist insbesondere deswegen wichtig, um im Fall von erneut steigenden Infektionszahlen Hotspots rasch identifizieren, Maßnahmen ableiten und Ansteckungsketten abschneiden zu können. Gesundheitsminister Rudolf Anschober bezeichnete die Clusteranalyse bereits im Mai als „eine extrem wichtige Hilfe, dass es keine zweite Welle an Infektionen gibt“. Sobald ein neuer Cluster sichtbar wird, gehe es darum, schnell und effektiv zu handeln.

Dynamisches Verfahren

Als Cluster bezeichnet werden zusammenhängende Fallhäufungen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraumes in einer bestimmten Region auftreten. Mit Fortschreiten der Pandemie  ändert sich sowohl die Zahl der abgeklärten Fälle als auch ihre Zuordnung zu Clustern.

Mit Stand 15. Juni wurden von der AGES 488 Cluster verzeichnet, denen 6.287 der damals insgesamt 17.083 Corona-Infektionen zuordenbar sind.  Das heißt, man hat diese Fälle untersucht und ausfindig gemacht, wo sich die Infizierten angesteckt haben.

Möglich ist das durch eine Zusammenarbeit der Gesundheitsbehörden, von denen Daten zur Rückverfolgung der Infektionsketten – dieser Vorgang wird Contact Tracing genannt – in das Epidemiologische Meldesystem (EMS) eingetragen und in weiterer Folge von der AGES verknüpft werden.

Für die Zuordnung zu einem Cluster wird außerdem ein Setting gewählt, in dem die meisten Übertragungen innerhalb der jeweiligen Fallhäufungen erfolgten. Solche Settings können zum Beispiel der Arbeitsplatz, Schule oder Kindergarten sowie Freizeitaktivitäten sein. Die meisten Infektionsfälle umfassen  mit 1.296 Ansteckungen bislang jene 68 Cluster, die dem Setting Senioren-/Alten-/Pflegeheim zugeordnet wurden.

 

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