Wissen und Gesundheit
14.06.2017

Die besten Unis sind in den USA – Österreich nicht unter Top 100

Hochschul-Ranking: Harvard, M.I.T. und Stanford liegen vorne. ETH Zürich auf Platz 22, Chinesen überholen.

In einer Veranstaltung mit hochkarätigen Spitzenforschern wurden die hundert Universitäten mit dem höchsten Ansehen der Welt bekanntgegeben. Überraschungen bot das "Times Higher Education World Reputation Ranking" nicht: Wiedereinmal wurden die US-Elite-Unis Harvard, Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Stanford an die Spitze gewählt. 11.000 ausgewählte Wissenschafter aus 137 Ländern nominierten die Unis, gemessen wird das Prestige. Die zehn besten Hochschulen liegen im anglo-amerikanischen Raum. Die britischen Unis Cambridge und Oxford wurden ex aequo auf Platz vier genannt, gefolgt von Berkeley, Princeton, Yale, der University of Chicago und dem California Institute of Technology (alle USA).

Die bestplatzierte Uni aus einem nicht englischsprachigen Land ist die Universität Tokio (Japan) auf Platz elf. Sogar die angesehenste europäische Uni, die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich, landete nur auf Platz 22.

China liegt vorne

Damit liegt die Technik-Kaderschmiede hinter der besten chinesischen Hochschule, der Universität Peking (Platz 17). Die Dynamik der Asiaten zeigte sich in einem anderen Times-Ranking noch stärker: In den Top-10 der jungen Universitäten, die erst in den vergangenen 50 Jahren gegründet wurden, finden sich fünf asiatische Hochschulen, alleine zwei in Hong Kong. "In China hat der Staat enorm viel Geld in die Hand genommen, um an die Spitze zu kommen. Einerseits haben sie enorm viel eigenes Humanpotenzial, andererseits haben sie ganz bewusst Top-Forscher angeworben und ins Land geholt", erklärt Stefan Bernhardt vom Institute of Science and Technology (IST Austria).

Bereits zum sechsten Mal ist heuer keine österreichische Hochschule vertreten. Zuletzt war 2011 die Universität Wien im internationalen Prestige-Ranking vertreten.

Österreich hinten

Das Institut für Wirtschaftsforschung analysierte das Problem in der Studie " Österreich 2025", erklärt Innovationsforscherin Agnes Kügler: " Österreich erreicht bei den Hochschulausgaben pro Kopf nur 85 Prozent der Innovationsführer wie Deutschland, Dänemark oder Finnland. Bei der Finanzierung der Universitäten durch Wettbewerbe, die sich stark auf die wissenschaftliche Qualität auswirkt, kommen wir nur auf 40 Prozent."

Für die Studie wertete das Team auch die Publikationen hiesiger Wissenschaftler in führenden Wissenschaftsmagazinen aus: "In Österreich ist quantitativ und qualitativ noch Luft nach oben. Da liegen wir auf Platz 10 und 11 von 34 Ländern. Bereinigt um die Größe des Landes. In absoluten Zahlen liegen die USA deutlich vorne." Haben Wissenschafter mit Muttersprache Englisch einen Konkurrenz-Vorsprung? "Es gibt eine Verzerrung, die sich nachweisen lässt. Aber in unserer Publikationsanalyse lag die Schweiz an der Spitze."

Wer bei Forschung und Innovation führend sein will, müsse attraktiv für die besten Köpfe sein: "Nachdem Österreich keine globalen Unternehmensmagnete wie Apple oder Google hat, müssen wir mehr in Grundlagenforschung an den Unis investieren." Investitionen in den Hochschulbereich würden sich gleich mehrfach rechnen: "Sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit für universitäre Unternehmensausgründungen. Gute Universitäten und Fachhochschulen sichern den Standort ab."

Auch wenn der Staat sofort investieren würde, wäre Österreich nächstes Jahr nicht im Uni-Ranking vertreten, so Kügler: "Es dauert fünf bis zehn Jahre, bis das wirkt."