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Wissen
06/29/2021

Wie eine Schule es schafft, Schülerleistungen zu verbessern

In der Modularen Mittelstufe Aspern hat man ein Werkzeug entwickelt, mit dem die Lernfortschritte dokumentiert werden.

von Ute Brühl

Dass sich die Schülerinnen und Schüler wohlfühlen, ist Direktorin Doris Pfingstner und ihrem Lehrerteam wichtig: „Denn das ist die Voraussetzung dafür, dass sie gute schulische Leistungen bringen können.“

Das ist mit ein Grund, warum in der Modularen Mittelstufe Aspern in Wien auf gemeinschaftsfördernde Aktionen gesetzt wird. Jüngstes Beispiel: Die Schülerinnen und Schüler haben den Tanz zum „Corona-Hit“ Jerusalema einstudiert (Foto oben).

Doch manchmal braucht es mehr, um Gemeinschaft zu fördern: „Wenn wir merken, dass es in einer Klasse Schwierigkeiten gibt, erhält diese zusätzliche Ressourcen, um diese Probleme zu lösen.“

Messungen

Wie sehr es sich auf die Leistung auswirkt, wenn in einer Klasse „die Chemie nicht stimmt“, sehen die Lehrkräfte in Aspern schwarz auf weiß, wie der Mathematiklehrer Bernhard Prager erläutert: Die Schule nutzt die Ergebnisse der Informellen Kompetenzmessung IKM – eine Weiterentwicklung der Bildungsstandard-Tests: „Wir haben uns zuerst überlegt, wie wir die Daten für uns so aufbereiten können, damit wir die Ergebnisse möglichst vergleichbar machen können – und haben dann ein Vergleichstool entwickelt. Das zeigt uns, wie sich die Schülerleistungen in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch von Jahr zu Jahr entwickeln.“

Von Anfang an

Die ersten Tests werden zu Beginn der ersten Klasse gemacht: „Was uns freut: Wir sehen, wie sich die Leistungen der Schüler von Jahr zu Jahr verbessern. Spätestens in der vierten Klasse liegen wir deutlich über dem Durchschnitt“, sagt Pfingstner.

Daran hat selbst Corona nichts geändert – im Gegenteil: Weil die Schüler viele schriftlichen Anweisungen lesen mussten, ist die Lesekompetenz gestiegen. Zudem konnten sie sich Erklärvideos so lange anschauen, bis sie es verstanden haben.

Lehrer Prager sieht nicht nur, ob sich die Schüler verbessert haben, sondern auch, in welchen Bereichen sie fit sind und in welchen weniger: „Viele hatten zum Beispiel Probleme, sich mathematisch auszudrücken.“ Konkret: Sie hatten Probleme, eine Textaufgabe in eine mathematische Formel umzuwandeln. „Es geht darum, dass die Kinder verstehen, was sie machen“, meint Prager. Das hat er dann ganz bewusst trainiert.

Die Lehrpersonen nutzen dazu den Aufgaben-Pool des Bildungsinstituts Bifie. „Solche Textformate zu verstehen, ist eine gute Vorbereitung für die Oberstufe sowie für Lehrlingsaufnahmetests“, erläutert Prager: „Wobei nicht nur die Formate trainiert werden, sondern auch der Stoff.“

Urkunde

Die IKM-Ergebnisse dürfen übrigens nicht in die Zeugnisnote einfließen: „Wir machen den Jugendlichen aber klar, dass uns diese Testung wichtig ist, und sagen ihnen auch, wozu sie es brauchen“, sagt Pfingstner. „Angst muss aber niemand haben, der sich bemüht. Wer sie aber nicht ernst nimmt, der muss mit Folgen rechnen, etwa einem Gespräch in der Direktion. Wer sich anstrengt und gute Leistungen bringt, wird belohnt, etwa mit einer Urkunde.“ 

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