Wer da ordentlich zulangt, darf sich auch ein oder zwei Burger genehmigen.

© /monticelllo

Überraschend
04/25/2016

Warum Junk food nicht immer ungesund ist

Gesundes zu essen ist wichtiger als Ungesundes zu meiden.

von Ernst Mauritz

Es ist eine gute Nachricht für Patienten mit Herzerkrankungen: Wenn sie ihren Konsum an Gemüse, Hülsenfrüchten, Fisch, Obst und generell unverarbeiteten Produkten erhöhen – also die klassische Mittelmeerdiät –, senken sie damit ihr Risiko für einen (weiteren) Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Und, was aufs Erste sehr überraschend klingt: Wer gleichzeitig trotzdem Fast food isst – in moderaten Mengen – erhöht damit sein Risiko für Zivilisationskrankheiten nicht, was die Forscherdoch einigermaßen verwunndert hat. Es scheint also wichtiger zu sein, mehr „Gesundes“ zu essen, als „Ungesundes“ komplett zu vermeiden, so die Wissenschafter in ihrer im European Heart Journal veröffentlichten Studie. Dafür wurden die Daten von 15.000 Menschen aus 39 Ländern ausgewertet.

Pro 100 Personen, die am meisten Obst und Gemüse aßen, gab es innerhalb von vier Jahren drei Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Todesfälle weniger im Vergleich zu der Gruppe mit dem geringsten Obst- und Gemüsekonsum.

Zu Gesundem ermutigen

„Die Hauptbotschaft ist, dass bestimmte Lebensmittel – besonders Obst und Gemüse – das Risiko für Herzattacken und Schlaganfälle senken können und dieser Nutzen nicht über die traditionellen Risikofaktoren wie gutes und schlechtes Cholesterin oder Bluthochdruck erklärt werden kann“, so Studienleiter Ralph Stewart vom Auckland City Spital in Neuseeland.

Gleichzeitig sei das zwar kein Freibrief für fett- und zuckerreiches Essen: „Aber vielleicht sollten wir die Menschen ermutigen, mehr gesunde Lebensmittel zu essen und uns weniger auf das Vermeiden von ungesunden Sachen konzentrieren.“

Skeptische Reaktionen

Andere Forscher beurteilen diese Daten skeptisch. Sie weisen daraufhin, dass nur Menschen mit bereits bestehenden Herzkrankheiten untersucht wurden – das Interesse der Menschen müsse aber sein, eine solche Erkrankung erst gar nicht zu bekommen. Und möglicherweise erhöht eine westliche Ernährungsweise bei den bereits Erkrankten das Risiko für künftige Herzprobleme – und dies habe diese Studie aber nicht untersuchen können.

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