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Wissen
04/24/2020

Virologe Drosten warnt vor zweiter Welle im Winter

Der Mediziner von der Berliner Charite warnt davor, an ein rasches Ende der Pandemie zu glauben und vor Vergleichen mit der Grippe.

„Es kommt viel Unsicherheit auf uns zu in den nĂ€chsten Wochen“, so skizziert Deutschlands derzeit bekanntester Virologe, Christian Drosten, die Entwicklung in der Corona-Krise nach den ersten Lockerungen. Im ZIB2-Interview warnt der Experte von der Berliner CharitĂ©-Klinik davor, die Pandemie quasi schon als erledigt zu betrachten: „Wir stehen mitten in einer Entwicklung, wenn nicht gar am Anfang.“

Im Freien aufhalten

Drosten, der im GesprĂ€ch auf erste Hinweise eines neuerlichen Anstiegs der Infektionen verweist, sieht den kommenden Sommer aber als eine mögliche Phase der Entspannung. Hohe Temperaturen und auch die aktuelle Trockenheit könnten die Ausbreitung des Virus bremsen, auch weil die Menschen sich vermehrt im Freien aufhalten wĂŒrden, was die Infektionsgefahr deutlich herabsenke.

Impfstoff nÀchstes Jahr

Danach aber könnte mit Winteranbruch eine neuerliche Welle der Infektion ĂŒber Deutschland und auch Österreich hereinbrechen. Und diese „Winterwelle“ könnte ebenso heftig, oder sogar heftiger ausfallen als die erste. Schließlich sei eine großflĂ€chige ImmunitĂ€t unter der Bevölkerung aufgrund der derzeitigen niedrigen Infektionszahlen nicht zu erwarten, und auch mit einem Impfstoff sei noch nicht zu rechnen.

Der werde nach EinschĂ€tzung Drostens erst im kommenden FrĂŒhjahr in relevanter Menge zur VerfĂŒgung stehen. Gegen jegliche Vergleiche mit herkömmlichen Grippewellen, wie sie ja auch einige seiner Kollegen anstellen, verwehrt sich der Mediziner erneut ausdrĂŒcklich. Die Corona-Epidemie sei weit gefĂ€hrlicher, das könne man an den Todeszahlen in vielen Regionen eindeutig ablesen.

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