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© REUTERS/FRED PROUSER

Welt-Aids-Tag
12/01/2015

Unter Therapie ist HIV nicht ansteckend

HIV-Behandlung ist heute so wirksam, dass die Viren im Blut nicht mehr nachweisbar sind.

von Laila Daneshmandi

Es ist keine Heilung, aber √Ąrzte sprechen jetzt offen aus, was schon l√§nger vermutet wurde: "Unter optimaler Therapie sinkt die Viruslast bei HIV-Infizierten so weit, dass kaum Viren nachgewiesen werden k√∂nnen ‚Äď und damit gelten Betroffene auch nicht mehr als infekti√∂s. Das wurde jetzt endlich durch gro√üe Studien nachgewiesen", erkl√§rt Birgit Leichsenring von der Aids Hilfe Wien. "Bisher gibt es keinen belegten Fall einer √úbertragung durch jemanden, dessen Virenlast unter der Nachweisgrenze war."

Ist das bei Charlie Sheen der Fall, kann er wohl auch keine seiner Liebhaberinnen mit dem HI-Virus angesteckt haben, wie so manche bef√ľrchtet hat. Der skandaltr√§chtige Schauspieler hat seine Erkrankung erst k√ľrzlich √∂ffentlich gemacht, nachdem er sich nicht mehr dem Druck diverser Erpresser aussetzen wollte.

Voraussetzung daf√ľr, alsHIV-Infizierter bei ungesch√ľtztem Sexualverkehr nicht ansteckend zu sein, istallerdings die vorschriftsm√§√üige Einnahme der Medikamente, betont Leichsenring. Umgekehrt gilt bei Betroffenen, die noch nichts von ihrer Erkrankung wissen oder noch nicht in Behandlung sind: Je h√∂her die Viruslast, desto h√∂her das √úbertragungsrisiko. Leichsenring: "Gerade am Anfang einer Infektion in den ersten zwei bis drei Monaten ist die Viruslast besonders hoch."

√úbertragung

Noch immer gibt es viele Missverst√§ndnisse rund um die m√∂gliche √úbertragung des Virus. So haben Frauen ein h√∂heres Risiko, sich bei einem Mann anzustecken als umgekehrt ‚Äď denn Sperma enth√§lt mehr Viren als das Vaginalsekret und au√üerdem haben die Viren mit der Vaginalschleimhaut eine gr√∂√üere Angriffsfl√§che. Dasselbe Prinzip gilt bei Homosexuellen: Der passive Partner hat ein h√∂heres Risiko als der aktive. Grunds√§tzlich gilt: Normaler K√∂rperkontakt, K√ľssen oder auch gemeinsames Schwimmen sind nicht ansteckend.

Trotzdem gibt es noch immer viele Ber√ľhrungs√§ngste und Diskriminierung gegen√ľber HIV-Positiven. √Ėsterreichweit gibt es rund 10.000 bis 12.000 HIV-Infizierte ‚Äď die grobe Sch√§tzung liegt vor allem daran, dass viele sich nicht trauen, offen √ľber ihre Erkrankung zu sprechen. So berichtet die Aids Hilfe Wien vor allem √ľber Benachteiligungen im medizinischen Bereich sowie im Arbeitsalltag.

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