Übergewicht bei Kindern: Das sagt ein Experte

Projekt gegen Dickleibigkeit an der Volksschule Ha…
Foto: Kurier/Juerg Christandl Die Daten des Eddy-Projekts werden wissenschaftlich ausgewertet.

Der renommierte Ernährungsmediziner Kurt Widhalm warnt und will Eltern und Industrie in die Pflicht nehmen.

Übergewicht bei Kindern wird immer noch verharmlost. Ein schwerer Fehler, wie  Univ.-Prof. Kurt Widhalm  vom Österreichischen Institut für Ernährungsmedizin meint: „Besonders der hohe Anteil an fettleibigen Kindern und Jugendlichen sollte ein Alarmzeichen für die Gesundheitspolitik sein.“

Projekt gegen Dickleibigkeit an der Volksschule Ha… Foto: Kurier/Juerg Christandl Univ.-Prof. Dr. Kurt Widhalm Denn Adipositas habe schwere gesundheitliche Schäden zur Folge, die viel zu wenig im Fokus stünden: „Altersdiabetes ist bei fettleibigen Kindern  fast schon eine automatische Folgeerkrankung. Das wirkt sich auf die Hormone, auf den Stoffwechsel und auf die Gelenke aus. Auch die psychischen Probleme sind beträchtlich.“

Wildhalm  wurde deshalb selbst  aktiv und  rief das Projekt „Eddy“ ins Leben.  

Wie das Projekt genau abläuft und welche Initiativen es sonst noch gibt, lesen Sie bitte hier.

Worum es genau ging

Die Idee hinter dem Projekt Eddy:  Kinder sollen durch Experten angeleitet werden, sich mehr zu bewegen und sich gesund zu ernähren. Das  Ganze soll zudem wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden, um zu sehen, wie erfolgreich die Maßnahmen sind.

„Wir haben alle Kinder am Anfang und  während des Projekts gemessen“, erläutert Widhalm.  „Dabei ging es nicht um den Bodymassindex, sondern um die Proportion von Fettgewebe zu Muskulatur. Diese ist nämlich entscheidend.“  Nach eineinhalb Jahren  wurde ein deutlicher Muskulaturzuwachs gemessen.

Projekt gegen Dickleibigkeit an der Volksschule Ha… Foto: Kurier/Juerg Christandl Wer der Fettleibigkeit den Kampf ansagen will, der müsse auch die Eltern und die Industrie in die Pflicht nehmen: „Leider erlebe ich Kinder, die nach den großen Ferien viel zugenommen haben,  weil sie zu viel gegessen und  sich zu wenig bewegt haben. Da muss  man die Eltern in die Pflicht nehmen. Und sie sollen aufhören, Lehrer und Gemeinden zu verklagen, wenn dem Kind etwas auf dem Spielplatz passiert.  Ein gebrochenes Bein ist nicht so schlimm wie eine Fettleber.“

Von der Lebensmittelindustrie fordert er, dass sie mehr in die Forschung investiert: „Kinder brauchen schmackhafte und gesunde  Ernährung. Die Industrie kann sich da nicht ihrer Verantwortung entziehen“, macht der Mediziner klar.

(KURIER) Erstellt am
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