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31.07.2018

Tiercoach: Der Reiz der Mischlings-Hunde

Am 31. Juli ist Tag des Mischlingshundes. Die bunten Tiere sind Unikate, aber nicht immer gesünder als seriöse Züchtungen.

Es sind die wildesten Mischungen – und jede ist ein Unikat. Die Gene der Eltern schlagen bei Aussehen, Gesundheit und Intelligenz durch. Ein Welpe bleibt trotzdem ein Überraschungspaket. Es ist ungewiss, welche Erbanlagen sich durchsetzen werden. Nicht immer ist der Vater bekannt.

Tag des Mischlingshundes

Am 31. Juni ist Tag des Mischlingshundes. Seit 2005 wird der „National Mutt Day“ in den USA gefeiert. Die Vorzüge der bunten Hunde und ihre Abschiebung in Tierheime stehen dabei im Mittelpunkt. KURIER-Tiercoach Katharina Reitl nimmt den Aktionstag zum Anlass, um die Stärken der Vierbeiner ohne Stammbaum hervorzuheben und auf Schwachstellen hinzuweisen.

Sport- und Schönheits-Wettbewebe

„Zahlenmäßig gibt es mehr Mischlingshunde als Rassehunde. Sie sind so beliebt, weil sie sehr speziell sind“, sagt Reitl. Derzeit gibt es geschätzte 800 Hunderassen, die Weltorganisation der Kynologie FCI erkennt davon 344 an: von A wie Affenpinscher bis Z wie Zwergschnauzer. Hunde ohne Ahnentafel sowie Nachkommen aus Zufallskreuzungen kommen da nicht vor. So waren sie auch lange von Sport- und Schönheits-Wettbewerben ausgeschlossen. Das hat sich mittlerweile geändert: Z.B. gibt es zur Agility-WM, an der ausschließlich Rassehunde teilnehmen dürfen, den European Open, bei dem alle Vierbeiner an den Start können. Und neben nationalen Rasseausstellungen, ausgerichtet vom Österreichischen Kynologenverband, lädt der 1. Österreichische Mischlingshunde-Verein Vierbeiner aller Art zum Mitmachen ein. „Mit diesen Veranstaltungen wird den Qualitäten von Promenadenmischungen Rechnung getragen“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn.

Seriöse Zucht

Doch die süßen Ergebnisse aus Zufallsbekanntschaften können nicht in allen Belangen mit seriösen Züchtungen mithalten. „Ein Rassehund ist nicht umsonst so teuer“, sagt der Zoodoc. Hunde mit Papieren sind – wie ihre streng geprüften Eltern – tierärztlich vom Beginn ihres Lebens an betreut. Auch die sensible Phase der Sozialisierung erfolgt bei ihnen durch Profis. „Die Zucht gehört in Experten-Hand. Und die Vermehrung von Promenadenmischungen sollte verhindert werden“, appelliert der KURIER-Tiercoach an die Vernunft der Halter.

Ob Rassehund oder Mix – die Aufgabe für die Besitzer bleibt dieselbe. Reitl: „Es geht immer darum, dem Haustier ein erfülltes Leben zu bieten.“

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