Essen auf der Straße: Die Bewegung gleicht die Kalorien nicht aus

© Eric Hood - Gaelle Cohen/EHStock/iStockphoto

Studie
10/12/2015

Wer unterwegs isst, isst insgesamt deutlich mehr

Mahlzeiten, die man unterwegs zu sich nimmt, werden nicht als solche empfunden.

von Ernst Mauritz

Schnell ein Schokoriegel aus dem Automaten, ein Weckerl oder "noodles to go": Schnelles Essen unterwegs könnte eine unterschätzte Ursache für Übergewicht sein – das zeigt eine Studie aus Großbritannien. Studienleiterin Jane Ogden (University of Surrey) ließ 60 Frauen einen Müsliriegel essen – in drei Gruppen: Die eine sah dabei fünf Minuten eine Sitcom. Die Frauen der zweiten Gruppe unterhielten sich mit einer Freundin. Und die dritte Gruppe wurde gebeten, während des Essens herumzugehen.

Danach wurden alle zu einem Geschmackstest von Schokolade, Chips, Karottenstückchen und Trauben gebeten. Als die Frauen den Raum verlassen hatten, notierten die Forscher genau, was jede konsumiert hatte. Jene Frauen, die zuvor den Müsliriegel beim Herumgehen verspeist hatten, aßen nachher beim Geschmackstest deutlich mehr – vor allem fünf Mal mehr Schokolade als die Frauen anderer Gruppen.

Keine Erinnerung

"Viele nehmen dieses Zwischendurchessen überhaupt nicht als Mahlzeit wahr", so Studienleiterin Jane Ogden zum KURIER: "Wenn Sie Menschen am Abend fragen, was sie heute gegessen haben, erinnern sie sich an die Hauptmahlzeiten, aber nicht an die Snacks zwischendurch." Und es wird offenbar die Bewegung während des Essens als Ausrede dafür genommen, nachher mehr essen zu dürfen. Ogden: "Die Leute glauben, die Bewegung während des Snackens neutralisiere die Kalorienaufnahme – aber dieser Effekt wird überschätzt." Das Gehen während des Essens verbrenne lange nicht so viele Kalorien, wie durch den Snack aufgenommen werden.

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