Wissen und Gesundheit
18.05.2017

Auch Männer profitieren von Oxytocin-Therapie

Erstaunlich: Simples miteinander reden ist wichtiger als ein Medikament - und manchmal ebenso effektiv.

Das Bindungshormon Oxytocin wird schon länger zur erfolgreichen Behandlung von Sexualstörungen bei Frauen eingesetzt. Aber auch Männer profitieren von dieser Behandlung ihrer Partnerin: Forscher der MedUni Wien fanden heraus, dass sich durch die Therapie auch das sexuelle Erleben der Männer verbesserte, bis hin zu einer besseren Erektionsfähigkeit.

Effekte waren substanzunabhängig

Was das Team um Sexualmedizinerin Michaela Bayerle-Eder besonders spannend fand: Die positiven Effekte traten auch in der Placebo-Gruppe auf. Das heißt: Nicht allein das Medikament hilft, sondern viel wichtiger ist offensichtlich die funktionierende, soziale Interaktion in einer Beziehung. "Allein, dass in der Beziehung mehr über Sexualität gesprochen wurde und dass Frauen und Männer ein gemeinsames Tagebuch führen mussten, hat geholfen, das sexuelle Erleben zu steigern." Anders gesagt: Statt krampfhaft nach Hilfsmitteln zu suchen, sollten Paare viel mehr miteinander reden. Das sei eine ganz wichtige Erkenntnis für Sexualtherapeuten: "Nicht allein das Medikament hilft, sondern viel wichtiger ist offensichtlich die funktionierende, soziale Interaktion in einer Beziehung."

Paare waren zwischen zwei und 33 Jahren zusammen

Die Forscher hatten sich in ihrer aktuellen Studie auf die Auswirkungen der Oxytocin-Therapie auf Männer konzentriert. Die Teilnehmer waren Männer, deren Frauen im Rahmen einer Therapie gegen ihre Sexualstörungen eine Oxytocin-Therapie erhalten hatten. Dass diese wirkt und sich dadurch das sexuelle Erleben verbesserte, zeigte ihre Untersuchung, die im Fachmagazin "Fertility and Sterility". Insgesamt wurden die Erfahrungen von 30 Paaren untersucht, die zwischen zwei und 33 Jahren zusammen und zwischen 41 und 65 Jahren alt waren.