Amaryllis - weltweit beliebt

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Winter-Trend
01/05/2017

Darum kaufen derzeit alle Amaryllis

Die prächtige Blume aus Südamerika ist genügsam und liegt im Trend.

von Ute Brühl

Selbst im Blumenladen mit dem schönen Namen "Rosenkavalier" ist die Rose derzeit kein Star: "Wer im Winter eine langstielige Blume kauft, der greift häufig zur Amaryllis", sagt Floristin Theresa, die am Kärntner Ring in Wien prächtige Sträuße bindet. In der kalten Jahreszeit ist fast jedes zweite verkaufte Exemplar eine Amaryllis – die Blume mit roten, weißen, rosafarbenen oder gestreiften Blüten.

Vier Wochen Blüte

Werden die Blumen samt Zwiebel gekauft, blühen sie rund vier Wochen; als Schnittblumen erfreuen sie ihre Besitzer immerhin bis zu zehn Tagen – mehr als viele andere in die Vase gestellten Pflanzen. Wobei die Amaryllis richtigerweise Ritterstern oder Hippeastrum heißen müsste. Schuld an der Verwechslung ist niemand anderer als Carl von Linné – der große Botaniker aus dem 18. Jahrhundert, der Pflanzen wie Tieren systematisierte und ihnen lateinische Namen gab. Linné dachte, dass beide Zwiebelblumen zu einer Gattung gehören.

Amerikas Ritterstern

Heute weiß man es besser: Die Amaryllis stammt aus Südafrika und kommt noch heute in der Gegend von Kapstadt vor. Amaryllis bella donna, die "flammende schöne Frau", ist verführerisch schön und lebensgefährlich zugleich: Aus der Zwiebel wurde einst Pfeilgift gewonnen. Der Ritterstern kommt hingegen aus Südamerika. Warum die beiden Blumen einander zum Verwechseln ähnlich sind, obwohl sie aus anderen Kontinenten kommen, weiß Günter Wimmer von den Bundesgärten: "Es sind beides genügsame Pflanzen, die an sehr trockenen Orten vorkommen. Sie speichern ihre Nährstoffe in der Zwiebel und erblühen kurz, nachdem die Regenzeit beginnt." Auch in Europa kommt die echte Amaryllis mittlerweile in einer verwilderten Form vor: Auf der Kanalinsel Jersey, auf der es fast nie friert und wo das ganze Jahr über ein mildes Klima herrscht, finden Botaniker mit Glück einige der Wildexemplare.

Holländer importierten sie

"Heimisch" wurde die Amaryllis, wie umgangssprachlich der Ritterstern genannt wird, im 18. Jahrhundert. Importeure waren natürlich Holländer, die schon immer ein glückliches Händchen für Blumenzwiebeln hatten und bis heute haben. Gärtner Wimmer weiß, warum: "Für die Zucht des Rittersterns braucht es ein mildes Klima. Frostige Böden, wie hier üblich, mögen diese exotischen Pflanzen überhaupt nicht. Um diese Zwiebeln zu züchten, müssten wir heizen, was aufwendig und teuer ist. Wegen des milden Meeresklimas tun sich die Niederländer leichter. Deshalb gibt es dort die meisten Produzenten."

Die Amaryllen, die derzeit im Palmenhaus Schönbrunn zu bewundern sind, stammen auch aus den Niederlanden. Nach den Weihnachtssternen haben dort derzeit Alpenveilchen und Azaleen Saison und erfreuen die Gäste.

Gezüchtet

Dass die heutigen Amaryllen so üppig und satt ausschauen, haben sie dem Menschen zu verdanken, der sie über Jahrzehnte gezüchtet und so neue Farben und Muster geschaffen hat. Die Wildformen haben meist nur zwei und nicht drei oder gar vier Blüten, und sie sehen auch weitaus graziler aus. Blumenliebhaber können mittlerweile aus 200 Züchtungen wählen. Mit etwas Glück und der richtigen Pflege bringen sie diese über den Sommer (siehe unten).

So blüht die Amaryllis nächsten Winter wieder

Wer jetzt eine Amaryllis samt Zwiebel geschenkt bekommt, der sollte sie regelmäßig gießen. Wie oft, hängt natürlich von Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Zimmer ab. Brigitta Wimmer von den Bundesgärten rät, die Amaryllis im Schnitt alle vier Tage zu gießen. Sobald die Pflanze verblüht ist, muss sie gedüngt werden.
„Die ersten fünf Wochen ist ein Stickstoffdünger empfehlenswert. Danach kann man auf normalen Dünger umsteigen“, sagt Wimmer. Im August sollten Blumenliebhaber die exotische Pflanze einmal pro Woche gießen, ohne dem Wasser Nährstoffe zuzufügen.

Ruhezeit

Ganz wichtig ist es, der Amaryllis im September und Oktober eine absolute Ruhezeit zu gönnen, in der sie völlig austrocknet. Genauso wie in ihrer Heimat, in der vor der Regenzeit eine zehnwöchige Trockenperiode vorherrscht. Dazu sollte sie an einen kühlen aber frostfreien Platz gestellt werden, zum Beispiel im Keller.
Ende Oktober, Anfang November sollte man die Amaryllis dann einmal kräftig gießen und warten bis sie eine Blüte zeigt. Das Wunder an der Pflanze ist das Tempo, in dem sie wächst. Als wahrer „Sprinter“ unter den Zwiebelgewächsen braucht sie nur sechs bis acht Wochen in wohliger Wärme, um ihre ganze Pracht zu entfalten.

Blütezeit

In diesen Wochen kann man die Zeit bis zur Blüte etwas hinausschieben oder verkürzen. Steht die Amaryllis an einem warmen Ort, blüht sie schneller, an einem kühleren Platz wird das Wachstum etwas verzögert.
Wer eine Zwiebel neu kauft, sollte sie in einen Topf setzen, der nur etwas größer ist als die Zwiebeln. Auf dem Grund des Blumentopfs sorgt eine fingerdicke Schicht Tonscherben für eine gute Drainage. Etwa die Hälfte der Zwiebel sollte aus der Erde ragen – so verhindert man den „Roten Brenner“, eine gefürchtete Pilzkrankheit.

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