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EU-Vorstoß
07/02/2013

Schmerzmittel und Pille in Gewässern nachgewiesen

Vor allem in Ballungsräumen stellen Arzneimittel eine potenzielle Gefahr für die Umwelt dar. Die EU erwägt Maßnahmen.

Chemikalien stehen in der EU derzeit unter strenger Beobachtung. Nach der Ablehnung von Pestiziden aus der Gruppe der Neonicotinoide stehen nun drei Arzneimittel auf der Liste jener Substanzen, die vom Europa-Parlament als potenzielle Gefahr für die Gewässer eingestuft werden. Die Pharmazeutika heißen 17-alpha-Ethinylöstradiol und 17-beta-Östradiol (in Anti-Baby-Pillen) sowie Diclofenac, ein Schmerzmittel. „Wir betreten damit Neuland“, sagt der ÖVP-Parlamentarier Richard Seeber. Der Hintergrund: In dicht besiedelten Gebieten wurden bis zu 100 verschiedene Arzneistoffe in Gewässern nachgewiesen. Sie kommen mit dem Harn der Patienten bzw. der „Pille“-Benutzerinnen ins Abwasser.

Die Absicht der EU-Kommission war ursprünglich noch schärfer. Diese wollte die drei Mittel als „Schadstoffe“ einstufen. Seeber, ablehnend: „Es kann nicht sein, dass über die Gewässerpolitik in die Gesundheitspolitik eingegriffen wird.“ Damit ist ein Verbot der Stoffe, das sich aus einer Einstufung als Schadstoff womöglich ergeben hätte, vom Tisch. SPÖ-Mandatarin Karin Kadenbach meinte, das Herausfiltern von Pharmazeutika aus dem Wasser mache hohe Investitionen in Kläranlagen nötig. Daher sollte man zunächst weitere Erkenntnisse über die tatsächliche Gewässer-Bedrohung sammeln. Soweit bekannt, kann es durch Rückstände aus hormonellen Verhütungsmitteln zur Veränderungen von Flora und Fauna kommen – Beobachtungen, die im Rhein gewonnen wurden.

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