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24.08.2018

Rekordzahlen: Immer mehr Todesfälle durch das West-Nil-Fieber

In mehreren Ländern steigt die Zahl der Todesfälle. Israel, Griechenland, Italien und Serbien sind besonders stark betroffen.

Das West-Nil-Fieber führt in mehreren südlichen Ländern zu einer steigenden Zahl an Todesfällen: Freitag bestätigte das Gesundheitsministerium in Israel, dass zwei Menschen an der von Stechmücken übertragenen Erkrankung gestorben sind. Die Betroffenen seien 85 und 75 Jahre alt gewesen und hätten beide eine medizinische Vorgeschichte gehabt. 68 Menschen seien zudem erkrankt, die meisten davon ältere Personen. Nach Medienberichten sind insgesamt 14 Betroffene in ernstem Zustand.

Wie die Times of Israel schrieb, liegt die Zahl der bisher gemeldeten Erkrankten damit doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr. Es wurden Mücken mit dem Virus in mehreren Küstengebieten gefunden. August bis Oktober sei die Spitzenzeit für West-Nil-Fieber in Israel.

In Griechenland sind in diesem Jahr bereits elf Menschen am West-Nil-Fieber gestorben. Mindestens 96 weitere Menschen erkrankten, die meisten auf der Halbinsel Peloponnes und in den ländlichen Regionen im Osten Athens. Das hatte die zuständige Behörde des Gesundheitsministeriums, Keelpno, am Donnerstag mitgeteilt. Die Zahl der Infizierten könnte aber noch höher liegen: Die meisten Erkrankten wiesen nämlich keine oder harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auf, erklärten Ärzte im Staatsrundfunk. Einwohnern wurde geraten, Verdampfer oder Salben gegen Insekten zu benutzen.

In Serbien hat das West-Nil-Fieber seit Mitte Juli bereits 15 Todesopfer gefordert. Bis zum 21. August wurden insgesamt 159 Erkrankungen registriert, die Hälfte von ihnen in Belgrad.

Auch Italien ist heuer stark betroffen, besonders die Regionen Emilia-Romagna, Venetien, Lombardei und Piemont. Auch in Italien gab es bereits Todesfälle.

Laut Europäischer Seuchenschutzbehörde ECDC sind auch aus Rumänien, Ungarn, Frankreich und dem Kosovo neue Fälle gemeldet worden. Insgesamt In Österreich wurden im heurigen Jahr sieben neue Fälle nachgewiesen, sechs davon in Österreich erworbene, aber kein Todesfall. Mehr über die Situation in Österreich lesen Sie hier.

Die häufigsten Symptome

Typische Symptome der Viruserkrankung sind Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Fieber. Etwa ein Drittel der Erkrankten bekommt einen Hautausschlag an Brust, Rücken und Armen. Erste Krankheitszeichen zeigen sich zwischen zwei und 14 Tagen nach dem Insektenstich. Einen Impfstoff gibt es derzeit nur für Pferde. "Das Vermeiden von Moskitostichen ist das einfachste Mittel zur Prophylaxe von Infektionen", heißt es bei der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit):  "Das Tragen von langärmeliger, heller Kleidung, das Verwenden von Repellenzien (Anti-Mücken-Mittel, Anm.) und der Verzicht auf den Aufenthalt in mückenreichen Regionen ist zu empfehlen."

Wer in einem Gebiet mit West-Nil-Virus-Infektionen war, darf nicht Blutspenden. Außerdem werden alle Blutspenden auf den Erreger kontrolliert.

mücken

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Die heimischen Hausgelsen (Culex pipiens)

Von den weltweit knapp 3000 Stechmückenarten sind in Europa 104 zu finden, in Österreich 49. Die bekanntesten sind die die Hausgelsen wie Culex pipiens. Sie sind typische Kulturfolger, die in Häuser eindringen und als erwachsene Tiere in im Wohnbereich oder Keller überwintern. Die ebenfalls heimischen Überschwemmungsgelsen treten vor allem nach Überflutungen in den Auen auf.

Die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti)

Heimisch in den Tropen und Subtropen, Hauptüberträger des Zika-Virus. Kommt in Europa praktisch nicht vor.

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus)

Verbreitet sich seit den 1990er-Jahren auch in Südeuropa. In Österreich vorwiegend in Tirol entlang der Inntalautobahn zu finden, meist jedoch nur in Form von Eiern und Larven. Es gibt von ihr in Österreich noch keine stabilen Populationen, die hier überwintern. Wichtigster potenzieller Überträger des Dengue- und des Chikungunya-Virus in Europa.  Kann auch das Zika-Virus übertragen.

Die Japanische Buschmücke (Aedes japonicus)

Hat sich in den vergangenen Jahren im Osten Österreichs bereits etabliert und vom südlichen Burgenland nordwärts bis Niederösterreich ausgebreitet. Das Klima ist vergleichbar mit jenem in ihrer ursprünglichen Heimat Japan, deswegen fühlt sie sich hier wohl wie in Japan. Kann theoretisch Viren – etwa das West-Nil-Virus – übertragen.

Was bringt es, nach Gelsen zu schlagen?

Nach Gelsen zu schlagen scheint sich zu lohnen – selbst, wenn man sie verfehlt. Laut einer neuen Studie merken sich Moskitos, wenn sich ihre potenziellen Opfer wehren. Dir Tiere verbinden dabei den Duft eines Menschen mit unangenehmen Erfahrungen. Beim nächsten Rundflug meiden die Insekten den Geruchsträger dann.