© dpa/Stephan Jansen

Raucher-Studien
07/02/2013

Längeres Leben für Millionen Menschen

Wo es strengere Rauchverbote gibt, geht die Zahl der Herz-Todesfälle stärker zurück.

von Ernst Mauritz

Es ist ein spektakuläres Ergebnis“, sagt Krebsspezialist David Levy von der Georgetown University in Washington, USA. Mit seinem Team berechnete er für die Weltgesundheitsorganisation WHO die Auswirkungen von Maßnahmen in 41 Ländern zur Eindämmung des Zigarettenkonsums: Alleine in diesen Ländern werden dadurch bis 2050 rund 7,4 Millionen frühzeitige, Tabak-bedingte Todesfälle verhindert.

Den größten Effekt haben erhöhte Tabaksteuern und Rauchverbote in Büros und Restaurants (siehe Grafik).

Die Verhinderung der frühzeitigen Todesfälle ist aber nicht der einzige positive Effekt: „Es gibt weniger Geburtskomplikationen, weniger Kosten für die Gesundheitssysteme und weniger Ausfälle am Arbeitsplatz durch Begleiterkrankungen des Rauchens.“

In einer Studie der Universität von Oxford wurden die Trends bei Todesfällen durch Herzgefäßerkrankungen wie Herzinfarkt von 1980 bis 2009 untersucht. In allen westeuropäischen Ländern gab es Rückgänge, die mit besseren und rascher eingeleiteten Therapien zu tun haben. Allerdings: In Skandinavien, aber auch in Irland oder Italien sind diese Rückgänge teilweise deutlich größer als in Österreich.

„Das liegt an unserem schwachen Nichtraucherschutz“, sagt Univ.-Prof. Manfred Neuberger von der MedUni Wien. Dass etwa Irland oder Italien besser abschnitten als Österreich sei kein Zufall: „Irland hat seit 2004, Italien seit 2005 ein strenges Rauchverbot auch in der Gastronomie. Das schützt auch die Passivraucher. Alles, was über den allgemeinen Rückgangstrend hinausgeht, ist auf den Nichtraucherschutz zurückzuführen – und auch darauf, dass Rauchen in diesen Ländern sozial nicht mehr so akzeptiert ist.“

Dass umgekehrt in Griechenland der Rückgang viel geringer ist, hänge auch mit der dort sehr hohen Raucherquote – der höchsten in der EU – zusammen. Beim Anstieg der Mortalität in Rumänien spiele dort – neben anderen Gründen – das Rauchen ebenfalls eine Rolle.

Neuberger: „Es gibt keine einzige Maßnahme, mit der so kostengünstig Herzinfarkte und Schlaganfälle reduziert werden können wie Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums.“

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