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Erste Bilanz
03/14/2017

Pollensaison 2017: Später Start, aber heftige Beschwerden

Erle und Hasel setzten Pollen sehr heftig frei. Birke dürfte milder stäuben als im Vorjahr. Umweltschadstoffe beeinflussen Pflanzen und Allergiker.

Das Ende der Blühphase von Hasel und Erle verschafft Allergikern eine erste Verschnaufpause in der diesjährigen Pollensaison. Die haben manche auch dringend nötig. Denn aufgrund des ungewöhnlich kalten Jänners und einer milden Witterung im Februar kam es zu einem plötzlichen und heftigen Blühbeginn. "Der Februar war einer der sonnigsten im vieljährigen Mittel", sagt Katharina Bastl vom Österreichischen Pollenwarndienst an der MedUni Wien. "Manche Allergiker reagieren durch den schlagartig beginnenden Pollenflug sensibler als sonst und erlebten den Beginn als besonders belastend."

Birke fällt voraussichtlich milder aus

Als nächstes steht die Blühzeit der Esche bevor - auch sie könnte laut den Prognosen der Experten des Pollenwarndienstes stärker ausfallen. Dafür rechnen sie in punkto Birke, die manche Allergiker besonders plagt, mit einer weniger intensiven Saison. "Der beliebte Alleebaum wird heuer voraussichtlich etwas früher oder wie zeitlich üblich zu blühen beginnen und die Pollenmenge wird aufgrund der geringen Menge an Birkenkätzchen unter dem üblichen Schnitt liegen", erklärt Bastl. Auf Belastungen müssten sich Allergiker ab dem 20. März einstellen.

Umweltgifte verstärken Symptome

Zunehmend zeigen ebenso Umweltschadstoffe und Klimawandel ihre Einflüsse auf Pollenallergie - und zwar in zweifacher Hinsicht. Einerseits "stressen" Feinstaub, Stickstoffoxide und Ozon die Pflanzen, die sich mit der Produktion und Freisetzung von mehr Allergenen dagegen wehrt.

Andererseits wirken die Umweltschadstoffe, kombiniert mit Allergenen, auch direkt auf den Menschen intensiver. "Die allergischen Reaktionen werden heftiger. Denn bereits Feinstaub oder Ozon versetzen das Immunsystem schon in erhöhte Alarmbereitschaft. Studien zeigen etwa, dass Feinstaub die Lungenfunktion von Allergikern beeinträchtigen kann.

"Heute gilt als gesichert, dass Umwelteinflüsse eine maßgebliche Rolle spielen", betont Univ.-Prof. Claudia Traidl-Hoffmann, Direktorin des Instituts für Umweltmedizin an der Technischen Universität München. "Die zusätzliche Schadstoffbelstung führt zu teils erheblicher Mehrbelastung für Allergiker." Auffallend: Im Stadtgebiet sei die Pollenzahl um drei Prozent angestiegen, während es in ländlichen Regionen nur ein Prozent war.