Pegan: Neueste Diät kombiniert aktuelle Trends

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Foto: Henry Schmitt - Fotolia/Boris Lehner/Fotolia

Warum Paleo-Diät und Veganismus für einen US-Mediziner einander näher sind, als gedacht.

Die einen schwören auf eine Ernährungsform wie unsere Vorfahren in der Steinzeit, die anderen streichen tierische Produkte wie Fleisch, Milch, Eier usw.  komplett von ihrer Einkaufsliste. Paläo-Diät und Veganismus zählen derzeit zu den beliebtesten Diät- und Ernährungsformen. Bei der sogenannten "Paläo-Diät" verzichtet man grob gesagt auf Lebensmittel, die es in der Steinzeit nicht gab - also Fertiggerichte, Zucker, Weizen und Milchprodukte. Denn der menschliche Organismus sei dafür nicht geschaffen. Beide Formen sollen jedenfalls helfen, die Kilos zum Purzeln zu bringen sowie Blutfette und Cholesterinwerte zu verbessern.

Trendsetter essen jetzt "pegan"

So entgegengesetzt die beiden Konzepte auch erscheinen, der US-Mediziner Mark Hyman vom Cleveland Medical Center erkennt darin durchaus Gemeinsamkeiten und entwickelte daraus seine "Pegan-Diät", die in den USA derzeit für Furore sorgt.  Und da sich gerade Ernährungstrends besonders schnell verbreiten, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich Trendsetter auch in Europa "pegan" ernähren. Was steckt nun aber wirklich dahinter?

Nicht Fisch, nicht Fleisch

"Die beiden sind ähnlicher, als man denkt", beschreibt er in seiner "8-Wochen-Challenge". Paleo und Veganismus basieren beide auf den gleichen Grundsätzen: Frisches und Unverarbeitetes, keine raffinierten Kohlenhydrate oder Zusatzstoffe sowie viel Gemüse. Er habe mit seiner Diät beide Seiten vereinen wollen. "Nicht ganz Paleo, nicht ganz vegan." Vereinfacht gesagt, sind mehr Ballaststoffe und Getreide integriert.

Laut seinen Angaben lebt Hyman auch selbst nach den von ihm aufgestellten Kriterien und empfiehlt sie auch seinen Patienten.  Er rät aber, die Diät immer an die jeweiligen persönlichen und gesundheitlichen Bedürfnisse anzupassen. In seinem Blog beschreibt Hyman, wie so ein Pegan-Tag ernährungstechnisch aussieht. Zum Frühstück etwa Eiweiß-Smoothie mit Nüssen, Beren, Samen, Kokosbutter und Mandelmilch. Mittags dann ein Salat mit Avocado, Kürbiskernen und Lachs. Und abends meistens Fisch oder Geflügel mit zwei bis drei verschiedenen Gemüsebeilagen.

Kombination schmeckt Experten nicht

Kommt Ihnen das vielleicht bekannt vor? Kein Wunder, denn es ist in etwa das, was Ernährungsexperten als "normale, ausgewogene, abwechslungsreiche Misch-Kost" empfehlen würden. Manche Elemente der Pegan-Diät sollte man ohnehin jederzeit berücksichtigen - etwa tierische Produkte und Fette zugunsten mehr pflanzlicher Kost zu reduzieren. Bei reiner Vegankost wird jedoch oft der drohende Mangel an der Versorgung mit Vitamin B 12 erwähnt - durch den erlaubten Fleischkonsum ist dies bei Peganern zumindest nicht gegeben. 

Wesentlich kritischer sehen Ernährungswissenschaftler allerdings, dass Milchprodukte und Getreide so schlecht wegkommen. Vor allem Erstere spielen als Kalzium-Lieferanten eine wichtige Rolle für Knochengesundheit und Leistungsfähigkeit.

10 Pegan-Grundsätze

10 Pegan-Grundsätze

Lesen Sie hier die wichtigsten Regeln.

1. Niedriger glykämischer Index. Das heißt, Lebensmittel mit wenig Zucker, Mehl sowie raffinierte Kohlenhydrate.

2. Viel Gemüse und Obst. Dieser Anteil sollte laut Erfinder Mark Hyman bei 75 Prozent liegen.

3. Wenig Zusatzstoffe. Pestizide, Hormone und Antibiotika sollen aus der Ernährung eliminiert werden.

4. Die richtigen Fette. Die meisten pflanzlichen Öle - außer Olivenöl - sollen vermieden werden. Stattdessen Omega-3-Fettsäuren wählen, etwa aus Nüssen oder Avocados.

5. Nüsse und Samen essen. Sie enthalten Vitamine, Mineralien und die oben erwähnten "guten Fette".

6. Milchprodukte meiden. Das empfehlen sowohl Paleo-Diät als auch Veganismus. Hyman sagt, Milchprodukte erhöhen das Risiko für Übergewicht, Herzkrankheiten oder Diabetes.

7. Gluten meiden. International wird das Weizeneiweiß derzeit heftig diskutiert. Ob es wirklich schädlich ist, lässt sich aber nicht wissenschaftlich beweisen. Laut Hyman soll man darauf ebenso weitgehend verzichten, wie auf Vollkorngetreide, da es den Blutzuckerspiegel erhöht und Entzündungen fördern könne.

8. Wenig Hülsenfrüchte. Obwohl sie viele Mineralien und Proteine liefern, erhöhen sie ebenfalls den Blutzuckerspiegel. Auch können sie zu Verdauungsbeschwerden führen.

9. Fleisch reduzieren. Fleisch nicht als Hauptspeise, sondern als Beilage betrachten.

10. Zucker nur in Ausnahmefällen.

(Kurier) Erstellt am
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