Wissen und Gesundheit
08.09.2017

Organe eines Mädchens für acht Menschen

Rekord in der Transplantationsmedizin: Nach dem Tod eines 13-jährigen Mädchens in Großbritannien halfen ihre Organe acht Menschen zu überleben - fünf davon waren Kinder.

Es ist ein Rekord in der Geschichte der Organspende: Ein 13 Jahre altes Mädchen aus Großbritannien, das an den Folgen eines Risses eines Gehirnaneurysmas (ein ausgeweitetes, ausgesacktes Blutgefäß) gestorben ist, hat mit ihren Organen acht Menschen geholfen zu überleben.

Jemima Layzell starb bereits im März 2012, aber erst jetzt wurde ihr Fall bekannt.

Je eine Person erhielt Jemimas Herz, Dünndarm und Bauchspeicheldrüse.

Zwei Menschen bekamen je eine Niere von ihr.

Ihre Leber wurde für zwei Empfänger geteilt.

Ein Patient bekam ihre Lunge.

Fünf der acht Empfänger waren Kinder.

Diskussion in der Familie

Erst wenige Wochen vor ihrem Tod gab es in der Familie eine Diskussion über das Thema Organspende. Ein Freund der Familie war bei einem Verkehrsunfall gestorben, aber aufgrund der speziellen Unfalfolgen war in diesem Fall keine Organspende möglich.

"Für Jemima war das alles ein bisschen verunsichernd, aber sie verstand die Bedeutung der Organspenden", berichten The Guardian und die BBC. Aufgrund dieses Gesprächs in der Familie wussten die Eltern, dass Jemina zu einer Organspende bereit war - und konnten deshalb als Eltern guten Gewissens nach dem Tod ihrer Tochter ihre Einwilligung geben.

Es sei zwar eine harte Entscheidung gewesen, aber letztlich seien sie sehr froh, sich so entschieden zu haben, sagte ihre Mutter Sophy Layzell, 43. "Hätten wir nein gesagt, wäre das so gewesen, wie wenn wir acht Menschen die Chance auf Leben genommen hätten."

"Der elterliche Instinkt sagt zwar in der ersten Reaktion nein, schließlich sind wir darauf programmiert, unser Kind zu schützen. Aber mit dem Wissen ihres Einverständnisses konnten wir ja sagen", so Sophy Layzell.

"Jemina war gescheit, fröhlich, mitfühled und kreativ - und wir sind sicher, dass sie sehr stolz auf ihr Vermächtnis wäre."

Die Eltern und Jemimas Schwester Amelia haben The Jemima Layzell Trust gegründet, der junge Menschen mit Gehirnverletzungen unterstützt und sich überdies für Organspenden einsetzt.

Situation in Österreich

In Österreich gab es im Vorjahr 780 Organverpflanzungen, die Zahl der Organspender konnte um rund sechs Prozent erhöht werden. Trotzdem waren aber fast 800 Patienten auf der Warteliste. Die längste Wartezeit gab es bei den Nieren - rund 40 Monate.