© APA/dpa/Christophe Gateau

Interview
01/26/2020

Epidemie-Experte: "Sind gut auf Coronavirus vorbereitet"

Der höchstrangige Epidemie-Beauftrage Österreichs ist "vorsichtig optimistisch", dass sich das Coronavirus nicht ausbreitet.

von Uwe Mauch

Er sieht Grund zur erhöhten Aufmerksamkeit. "Es besteht aber kein Grund zur übertriebenen Sorge", erklärt Bernhard Benka, Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten und Seuchenbekämpfung im Gesundheitsministerium, im Gespräch mit dem KURIER.

KURIER: Herr Doktor Benka, jetzt gibt es auch einen ersten Verdachtsfall in Wien. Müssen wir uns Sorgen machen?

Richard Benka: Wir sind uns in der Zwischenzeit recht sicher, dass sich das neue Coronavirus auch von Mensch zu Mensch übertragen kann, deshalb kann man eine Einschleppung nach Österreich auch nicht völlig ausschließen. Wie es scheint, haben die bis jetzt außerhalb Chinas bekanntgewordenen Erkrankungen jedoch kaum weitere Folgefälle ausgelöst. Es stimmt vorsichtig optimistisch, dass bei rascher Identifikation der Fälle und der Kontaktpersonen eine weitere Ausbreitung erfolgreich verhindert werden kann.

Was, wenn sich der Verdacht in Wien bestätigt?

Es gibt mit dem Epidemiegesetz in Österreich einen klaren gesetzlichen Rahmen für solche Fälle und dazu ein gut eingespieltes Gesundheitssystem. Wir sind auch im ständigen Austausch mit internationalen Behörden wie der WHO und ECDC sowie allen EU-Mitgliedsländern, die Kommunikation funktioniert hier vorbildlich.

Werden Flüge aus China besonders überwacht?

Am Flughafen Wien Schwechat gilt eine erhöhte Aufmerksamkeit, Passagiere, die entsprechende Krankheitssymptome aufweisen, werden vom medizinischen Personal des Flughafen Wien Schwechat betreut und auf einen möglichen Virusverdacht überprüft.

Ist für Österreichs Flughäfen ein spezielles Entry Screening geplant?

Da es keine Direktflüge in die primär betroffene Region gibt, derzeit nicht. Die Wirksamkeit von Maßnahmen wie Fiebermessen oder Wärmebildkameras ist auch umstritten, weil übertragbare Krankheiten üblicherweise eine meist tagelange Phase haben, in der man zwar schon infiziert ist, aber noch keine Symptome wie Fieber zeigt. Generell sind Exit-Screenings bei der Ausreise sinnvoller, wie sie nun auch in China angewandt werden.

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