ILLUSTRATION - Erkältungsmittel wie Nasenspray, Halstabletten und Papiertaschentücher liegen am 21.02.2012 auf einem Tisch in einem Büro in Dresden (Sachsen). Mehr als 200 Menschen sind in Sachsen-Anhalt an Grippe erkrankt. Bis Anfang dieser Woche seien 213 Fälle erfasst worden, sagte der Sprecher des Sozialministeriums am 17.01.2013 der Nachrichtenagentur dpa. Foto: Arno Burgi/dpa (zu dpa 1478 vom 17.01.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++

© dpa-Zentralbild/Arno Burgi

Grippewelle
02/20/2013

Nur mehr leichter Anstieg der Zahl der Kranken

Experten hoffen, dass der Gipfel erreicht ist. Warum es heuer regional mehr Fälle gab, ist nicht klar.

von Ernst Mauritz

Das Schlimmste könnte überstanden sein: „Wir merken in dieser Woche einen ganz leichten Rückgang unserer Einsatzzahlen um zirka fünf Prozent gegenüber der Vorwoche“, sagt der Mediziner Paul Prem, ärztlicher Leiter des Ärztefunkdienstes in Wien. In der vergangenen Woche sind etwa in Wien oder Tirol die Erkrankungszahlen zwar noch leicht angestiegen – aber in Graz zeigte sich bereits ein Rückgang: „Wir hoffen, dass der Gipfel damit überschritten ist“, betont Mediziner Reinhard Kubanek vom Gesundheitsamt der Stadt Graz. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Österreich keinen Engpass bei den Blutkonserven: „Wir haben 5000 Konserven auf Lager – der Vorrat für eineinhalb Wochen“, sagt Maria Kral-Glanzer vom Blutspendedienst des Roten Kreuzes.

„Spätestens in ein bis zwei Wochen sollte der Gipfel überall erreicht sein“, so auch der Sozialmediziner Univ.-Prof. Michael Kunze. Er rechnet mit bis zu 500.000 Erkrankten in dieser Saison.

Unklare Ursache

Warum die heurige Grippe-Saison in manchen Regionen Österreichs stärker war als in den vergangenen zwei Jahren, lässt sich nicht eindeutig sagen: „Das heuer dominierende Virus A/H1N1) ist jedenfalls nicht durch eine Mutation ansteckender oder krankmachender geworden“, so die Ärztin Anita Luckner von der Landessanitätsdirektion Tirol. „Pro Saison erkranken drei bis fünf Prozent der Bevölkerung an der Influenza.“. Da dieses Virus – das sogenannte „Schweinegrippevirus“ – erst seit 2009 zirkuliert, gibt es einen großen Teil der Bevölkerung, der damit noch keinen Kontakt hatte. Und die relativ schwachen Grippewellen der vergangenen zwei Jahre führten dazu, dass auch viele Kleinkinder noch keinen Kontakt mit dem Virus hatten – dafür aber heuer umso häufiger erkrankten und die Infektion z.B. an ihre Großeltern weitergaben.

Ob die Witterung einen Einfluss auf die Virenverbreitung hat, ist umstritten: „Bei Kälte überleben die Viren zwar länger, etwa auf Türschnallen, aber in Tirol war es im Vorjahr kälter als heuer und die Grippewelle war trotzdem schwächer.“

Unterdessen macht eine neue Studie Hoffnung auf Winter ohne verstopfte Nasen: Ein Enzym aus Meeresbakterien kann die Bakterienfilme auflösen, ergaben Laborversuche der University of Newcastle – jetzt sind weitere Studien geplant.

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