Wissen und Gesundheit
05.12.2011

Noble Preise für Genies

Seit über hundert Jahren werden außergewöhnliche Leistungen in Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Frieden ausgezeichnet.

Im Namen des schwedischen Geschäftsmanns und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel (1833 - 1896) werden jedes Jahr im Oktober sechs Wissenschaftspreise vergeben.
In seinem Testament legte Alfred Nobel fest, dass die Preise denjenigen verliehen werden sollten, "die im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erwiesen" hätten. Sein Vermögen von 31 Millionen schwedischen Kronen solle in eine Stiftung fließen und in "sicheren Wertpapieren" angelegt werden.
Die ersten Preise wurden 1901 vergeben - fünf Jahre nach dem Tod von Nobel im italienischen San Remo. In seinem Testament legte Nobel fünf Kategorien fest: Physik, Chemie, Medizin oder Physiologie, Literatur und Frieden. Ein sechster Preis, der Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel, kam 1968 hinzu.

Die Gewinner erhalten derzeit etwa zehn Millionen schwedische Kronen (eine Million Euro). Der Preis kann an einen Einzelnen verliehen werden oder an bis zu drei Wissenschaftler gemeinsam, die sich das Preisgeld dann teilen. Dabei kann das Geld auch ungleich verteilt werden.

Das Preisgeld variierte in seiner Höhe, je nachdem wie hoch die Zinsen aus dem Stiftungsvermögen ausfielen. 1953 änderte die Nobel-Stiftung ihre bis dahin sehr konservative Investment-Strategie. Nominal sind die Preisgelder über die Zeit stark gestiegen: Von 150.000 schwedischen Kronen 1901 bis auf zehn Millionen heute. Real erreichte das Preisgeld jedoch erst 1991 wieder den gleichen Wert wie 1901.

Bisher wurde der Preis an 777 Personen und 20 Organisationen verliehen. Nur 34 Preisträger sind Frauen. Der jüngste Preisträger war Lawrence Bragg, der 1915 den Physik-Nobelpreis erhielt. Der älteste Preisträger Leonid Hurwicz erhielt den Preis im vergangenen Jahr in der Kategorie Wirtschaft.

Nobelpreis für Frieden

Der Friedensnobelpreis gilt als die bedeutendste internationale Auszeichnung im Bemühen um eine friedlichere Welt. In seinem Testament beauftragte Nobel das norwegische Parlament (Storting), jährlich bis zu drei Personen oder Organisationen für ihre Verdienste um die Menschheit auszuzeichnen. Der Erfinder des Dynamits konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg missbraucht wurde. Als "Wiedergutmachung" vermachte er sein Vermögen einer Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden sollten, die "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben". Die Preisträger sollen "den besten oder größten Einsatz für Brüderlichkeit zwischen Staaten, für die Abschaffung oder Abrüstung von stehenden Heeren sowie für die Organisation und Förderung von Friedenskonferenzen gezeigt haben. Seit 1960 wird auch der Einsatz für Menschenrechte, seit 2004 zudem für Umwelt, mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Während die anderen Nobelpreise in der schwedischen Hauptstadt Stockholm vergeben werden, wird die Auszeichnung für Frieden in Oslo verliehen.

Seit 1901 wählt dafür ein Komitee des norwegischen Parlaments aus oft mehr als 100 Vorschlägen die Geehrten aus. Die fünf Komiteemitglieder werden für sechs Jahre vom Storting ernannt. Die Preisträger werden jeweils im Oktober bekanntgegeben. Bei der feierlichen Verleihung am Todestag Nobels am 10. Dezember erhalten sie in Oslo eine Medaille, eine Urkunde und das Preisgeld.
Amtierende Staatsoberhäupter als Preisträger waren 2000 Südkoreas Präsident Kim Dae-jung und der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow 1990. Zu den ausgezeichneten ehemaligen Präsidenten gehört neben dem Finnen Martti Antisaari, der den Preis für 2008 erhält, Ex-US-Präsident Jimmy Carter (2002).

Nobelpreis für Literatur

Der Nobelpreis für Literatur wird ebenfalls seit 1901 - mit Unterbrechungen vor allem in den Weltkriegen - jedes Jahr vergeben. Er ist inzwischen mit zehn Millionen Schwedischen Kronen (1,033 Mio. Euro) dotiert. Nach Nobel (1833-1896) erhält derjenige den Preis, "der in der Literatur das Ausgezeichnetste in idealistischer Richtung hervorgebracht hat". Es soll von sehr hohem literarischen Rang sein und dem Wohle der Menschheit dienen. Im vergangenen Jahr bekam die britische Schriftstellerin Doris Lessing den Nobelpreis. Er wird jeweils am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters, in Stockholm überreicht.

In den Jahren 1914, 1918, 1935 sowie von 1940 bis 1943 wurde kein Literatur-Nobelpreis vergeben. Vier Mal - 1904, 1917, 1966 und 1974 - mussten sich zwei Schriftsteller die Auszeichnung teilen. Zwei Autoren lehnten den Nobelpreis ab: 1958 musste der sowjetische Autor Boris Pasternak den Preis auf Druck seiner Regierung hin zurückweisen. Abgelehnt haben den Preis bisher zwei Auserkorene: Jean Paul Sartre, der aus Prinzip alle öffentlichen Ehrungen ablehnte, und Le Duc Tho, der den Preis gemeinsam mit Henry Kissinger für die Aushandlung des Friedensabkommens im Vietnamkrieg erhalten sollte.