Melanom: Sonnenstrahlung ist ein wesentlicher Risikofaktor, aber nicht der einzige.

© /zoranm/iStockphoto

Wissen und Gesundheit
04/29/2016

Neue Wege in der Behandlung von Hautkrebs

Gesundheitstalk. Neue Therapien ermöglichen Überleben trotz Metastasen.

Es war im Jahr 2009: "Meine Frau hat meinen Rücken genau angesehen und nur gesagt, du musst dringend zum Hautarzt", erzählt Gerhard Kranl, heute 57 Jahre alt. "Dieser hat das vermeintliche Muttermal sofort herausgeschnitten, nach zehn Tagen stand die genaue Diagnose fest: Es war ein Melanom."

Kranl erzählte seine Geschichte Mittwochabend beim Gesundheitstalk zum Thema Hautkrebs in Wien, veranstaltet von KURIER, MedUni Wien und Novartis.

"Ich bin Maurer, und hatte meinen ersten Sonnenbrand im Jahr immer schon im April", sagte Kranl. "Und auch als Kind auf einem Bauernhof hat sich keiner gekümmert, ob ich ein Leiberl anhatte oder nicht."

Sonnenbrand

"Wir wissen heute, dass die Zahl der im Leben durchgemachten Sonnenbrände direkt mit dem Hautkrebsrisiko in Zusammenhang steht", sagte Univ.-Prof. Hubert Pehamberger, langjähriger Leiter der Uni-Klinik für Dermatologie der MedUni Wien/AKH Wien und seit April ärztlicher Leiter des Wiener Rudolfinerhauses.

Die Sonnenstrahlung sei ein wesentlicher Risikofaktor, "aber wir wollen keine Neurose vor der Sonne", betonte Pehamberger. "Und es spielen auch andere Risikofaktoren eine Rolle – genetische zum Beispiel und Faktoren, die wir heute noch nicht kennen." – "Es ist nicht nur die Dauer der Sonnenbestrahlung, sondern auch die Intensität, die eine Rolle spielt", betonte der Mediziner Ivo Winiger von Novartis Oncology.

Todeskandidat

Kranls Melanom hatte – wie sich später herausstellte – bereits Metastasen gebildet. "Vor sieben, acht Jahren wäre ich ein Todeskandidat ohne große Chancen gewesen, jetzt lebe ich seit 2009 mit der Krankheit – und es schaut recht gut aus. Das verdanke ich den neuen Therapiemöglichkeiten." – "Was in den vergangenen fünf Jahren auf dem Gebiet der Melanomtherapie passiert ist, ist mehr, als in den 30 Jahren davor", so Pehamberger. So gibt es Medikamente, die verhindern, dass sich der Tumor vor dem Immunsystem "verstecken", quasi unsichtbar machen kann. Und andere, die eine bestimmte genetische Veränderung blockieren, die das Tumorwachstum antreibt. Winiger: "Wenn man sich anschaut, was vor fünf Jahren möglich war, und was in fünf Jahren gehen wird – da sind Universen dazwischen." Allerdings: Nicht alle Patienten sprechen auf diese Medikamente an. Entscheidend bleibt die Früherkennung: Denn Hautkrebs im Frühstadium ist heilbar.

Vorankündigung: Der nächste Gesundheitstalk findet am 1. 6. zum Thema Diabetes statt.

Sehen Sie hier den Videomitschnitt vom Gesundheitstalk: