Bemannte Mondmissionen: Der weiteste Ausflug der Menschheit
Das Bild der Apollo 8-Mission wurde weltberühmt (Archivfoto)
"Wir haben uns entschlossen, noch in diesem Jahrzehnt zum Mond zu fliegen. Nicht, weil es leicht ist, sondern weil es schwer ist.“ (John F. Kennedy, 1962)
Die Rede des US-Präsidenten an der Rice University im texanischen Houston hatte ein Ziel: auch die US-Bevölkerung auf die bemannte Mondfahrt einzuschwören. Die Politik hatte Kennedy längst auf seiner Seite: Im Mai 1961 verkündete der junge, erst seit wenigen Monaten amtierende Präsident im US-Kongress den ehrgeizigen Plan, als erste Nation Menschen auf den Mond zu schicken.
Das hatte freilich nur teilweise mit Forscherdrang zu tun, dahinter stand vor allem der in das All ausgeweitete Kampf zwischen West und Ost um die Hegemonie: Die Sowjetunion hatte in der Raumfahrt zu der Zeit mehr als nur das Nasenspitzerl vorne.
Sputnik I war schon in der Umlaufbahn
Als Kennedy den Kongress sowie die Bürgerinnen und Bürger im September 1962 auf kostspielige bemannte Mondmissionen vorbereitete, hatte die UdSSR schon Satelliten in die Erdumlaufbahn geschickt (Sputnik I, 1957).
Erster Mann, erste Frau im All
Auch den Wettlauf um die ersten Menschen im Weltraum hat die UdSSR für sich entschieden: Der 27-jährige Juri Gagarin umrundete am 12. April 1961 in der Wostok I einmal die Erde. Die erste Frau im All war Walentina Tereschkowa, 1963 umkreiste die 27-Jährige die Erde in der Wostok 6.
Die erste sogenannte "weiche Landung" einer Sonde auf dem Mond gelang ebenfalls der UdSSR: Luna 9 sendete im Februar 1966 die ersten Panoramafotos der Mondoberfläche.
Eine Schmach, die die USA nicht auf sich sitzen lassen wollten. Sie pumpten rund 24 Milliarden Dollar in ihr Mondprogramm, entwickelten für den Zweck bahnbrechende Computer – an die 400.000 Wissenschafter, Techniker und Ingenieure waren am Apollo-Programm beteiligt.
Wernher von Braun, Experte beim Apollo-Programm
Dabei waren die USA in der Frage der Vergangenheit so manches Experten nicht zimperlich: Wernher von Braun, 1940 der SS beigetreten und besser bekannt als einer der Köpfe hinter der deutschen V2-Rakete, war Teil des Teams – der Antrieb von Apollo 8, die "Saturn V"-Rakete, wurde von Braun konstruiert.
Mit Apollo 8 gelang den USA 1968 die erste bemannte Umrundung des Mondes. Frank Bormann, James Lovell und William Anders brachten ein Foto mit nach Hause, das berühmt werden sollte – die Erde, wie sie über dem Horizont des Mondes aufgeht.
Die USA gewannen somit trotz schwerer Rückschläge – so kamen drei Astronauten 1967 bei einem Test in Cape Canaveral ums Leben – das Rennen um den Mond. Zum Teil auch, weil die UdSSR nach dem Tod ihres Weltraum-Pioniers Sergej Koroljow (1966) nichts mehr entgegenzusetzen hatte.
Der berühmte "kleine Schritt"
So schaute die ganze Welt gebannt zu, als sich Apollo 11 im Juli 1969 auf den Weg zum Erdtrabanten machte. Neil Armstrong und Buzz Aldrin setzten mit der Fähre Eagle auf, während Michael Collins in der Apollo-Kapsel blieb. Gut zwei Stunden lang sammelten Armstrong und Aldrin Gestein ein. Wie Pulver fühle sich die Mondoberfläche an, teilte Armstrong mit – und ja, der Satz "Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein Riesensprung für die Menschheit“ fiel auch.
Nun plant die NASA wieder bemannte Mondflüge (Artemis-Mission) - mehr als 50 Jahre, nachdem mit Eugene Cernan (Apollo 17, Dezember 1972) zuletzt ein Mensch auf dem Mond war.
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