Historischer Meilenstein: Im Februar wird erstmals eine Frau zum Mond fliegen
Das Jahr 2026 wird bezüglich Raumfahrt das ereignisreichste, das es bisher gegeben hat. Insgesamt sind rund 350 Raketenstarts geplant. Allein auf dem Mond sollen heuer vier private US-Sonden landen sowie eine chinesische, die am Südpol nach Wasser suchen wird. Während China erste Flugtests an seiner Mondrakete Langer Marsch 10 durchführen möchte, will die NASA erstmals seit 1972 wieder Menschen zum Erdtrabanten schicken. Zum ersten Mal überhaupt wird eine Frau die Erdumlaufbahn verlassen.
Dieser Tage wird die SLS-Rakete, deren Start fast vier Milliarden Euro kostet, zur Startrampe gebracht. Die erste Startmöglichkeit bietet sich am 6. Februar. Dann sollen Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und Jeremy Hansen die Orion-Kapsel besteigen und ihre bis zu 21 Tage dauernde Reise antreten. Hin- und Rückflug dauern dabei jeweils vier Tage. Geplant war diese Mission eigentlich für Mai 2024.
Die vier Artemis-II-Astronauten
Besonders im Mittelpunkt steht die 46-jährige Physikerin Koch. Schließlich waren alle knapp zwei Dutzend bisherigen Mond-Astronauten Männer, zwölf davon spazierten im Rahmen der Apollo-Missionen zwischen 1969 und 1972 auf der Oberfläche. Die Missions-Spezialistin ist ein Vollprofi und hat schon 328 Tage im All verbracht, größtenteils auf der internationalen Raumstation ISS.
Es geht bei Artemis II vor allem darum, das gesamte Equipment für den bemannten Mondflug zu testen, der allerfrühestens 2028 stattfinden soll. Doch für Artemis III wird noch ein funktionierendes Starship von Elon Musk benötigt. Dieses soll mit rund einem Dutzend Raketen und nach einem hohkomplexen Tankmanöver ins All zum Mond fliegen, wo dann zwei Astronauten umsteigen sollen, um mit dem Starship von der Mond-Umlaufbahn auf die Oberfläche zu fliegen.
Doch momentan macht das Starship eher mit Explosionen und Problemen Schlagzeilen. Es ist vor allem zu schwer, und die Raptor-Triebwerke sind zu fehleranfällig. Aktuell soll eine neue, dritte Version getestet werden. Beim Prototyp platzte im Vorjahr der Tank auf der Startrampe, weshalb der Jungfernflug der V3 nicht vor April stattfinden dürfte. Kaum ein Experte glaubt allerdings noch, dass die USA vor China (geplant 2029) Menschen auf den Mond bringen.
Deshalb soll Artemis II so manche Probleme übertünchen. Gespannt darf man auch sein, ob der Hitzeschild der Orion-Kapsel diesmal einwandfrei funktioniert. Getestet werden soll auch der Einfluss der Weltraumstrahlung auf menschliche Körper, denn diese ist momentan eine große Hürde für eventuelle Mars-Flüge.
Vorerst gibt es mehrere Startfenster, jeweils zu Beginn der Monate Februar, März und April. Die meisten sind allerdings zwischen drei und sechs Uhr mitteleuropäischer Zeit, also eher etwas für Weltraumfans mit Schlafstörungen.
Wie es mit Artemis überhaupt weiter geht, ist momentan unklar. US-Präsident Donald Trump hat zuletzt das NASA-Budget gekürzt, um danach ein Sonderbudget zu initiieren. Er startete in seiner ersten Amtszeit das Artemis-Programm, im vergangenen Sommer kündigte er an, dass nach Artemis III Schluss sein wird. Ob es jemals die zwei geplanten Mondstationen (eine im Orbit, die andere auf der Oberfläche) geben wird, steht in den Sternen. Das wird auch von Trumps Launen abhängen.
Trump und Musk möchten wiederum den Mars erreichen und besiedeln. Doch diese Pläne sind eher utopisch, denn dafür sind noch viel zu viele Probleme ungelöst.
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