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Im Spital
10/23/2013

Patienten wollen mehr Informationen

Eine neue Studie zeigt: Ärztliche Entscheidungen werden immer häufiger hinterfragt.

von Ingrid Teufl

Das Image der „Halbgötter in weiß“ scheint zu bröckeln. Zu diesem Ergebnis kommen die Meinungsforscher des Linzer Instituts market in einer am Dienstag präsentierten Studie im Auftrag der Vinzenz-Gruppe. Die Befragung von mehr als 1000 Österreichern zwischen 18 und 65 Jahren zeigte: Die Patienten von heute wollen bei der Wahl des behandelnden Spitals entscheiden – und sie wollen besser in die Therapie eingebunden werden.

Zwei Drittel der Befragten gaben an, die Entscheidung für das jeweilige Krankenhaus alleine zu treffen. Nur mehr ein Fünftel hinterfragen die Wahl des zuweisenden Arztes gar nicht. „Es geht also um Qualität aus Sicht des Patienten, nicht des Primararztes“, sagt Werner Beutelmeyer, market-Geschäftsführer. Nicht verwunderlich, dass 51 Prozent die Krankenhäuser dazu verpflichten will, Informationen über Heilerfolge zu veröffentlichen. Ähnlich viele wollen mehr über die behandelnden Ärzte (57 %) und über die Position des Spitals im jeweiligen Spezialgebiet wissen (53 %).

Glaubwürdigkeit

Die Gründe für die zunehmende Emanzipation: „Die Lebenserwartung steigt, Vitalität und Gesundheit sind Glücksfaktoren geworden, über die wir uns viele Gedanken machen.“ Es sei nur logisch, wenn Selbstständigkeit und Mitentscheidung wichtiger werden. „Die Menschen wollen Glaubwürdigkeit und suchen nach für sie passenden Kriterien.“ Die veränderte Patienten-Sicht ist in den Spitälern noch nicht angekommen. Zwischen einzelnen Krankenhäusern gibt es große Unterschiede.

Politik ist gefordert

Hier sei vor allem die Gesundheitspolitik gefordert, betont Michael Henisch. „Die Patienten wollen ihre Leiden in den jeweils dafür qualifiziertesten Spitälern behandeln lassen. Alle Spitäler sollten verpflichtet werden, über Heilerfolge Auskunft zu geben.“ Die Daten würden zum Teil bereits erfasst, kämen aber nicht bis zum Patienten.

Moderne Medien nutzen

Die Studie brachte aber auch das Bedürfnis nach Dialog und Austauschen von Informationen zutage. In den sieben Ordens-Spitälern der Vinzenz-Gruppe soll sie zukünftig auch auf Social-Media-Kanälen wie Facebook und youtube forciert werden. Im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz ist man da schon mittendrin. Mehr als 30 kurze Videos zu Behandlungen und Therapiegeräten wurden bereits im Kanal "Schwestern TV" produziert - von der Kinderurologie über Darmkrebs bis hin zu einer Kehlkopfoperation. Im Orthopädischen Spital Speising in Wien forciert man im Netz zusätzlich den Vorsorgegedanken. Ein Video mit Tipps und eine Bildstrecke mit praktischen Übungen ist online bereits verfügbar. Die modernen Medien Internet samt Video sieht Michael Henisch von der Vinzenz-Gruppe zudem als probates Mittel, Einblicke in die täglichen Arbeitsabläufe eines Spitals zu geben und dadurch Hemmschwellen abzubauen.

Hier einige Video-Beispiele der Barmherzigen Schwestern in Linz:

Info

Noch mehr Videos finden Sie unter www.bhslinz.at

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