"Meine Krankheit war nie ein Ausschließungsgrund"

© Bild: KURIER/Boroviczeny

Die MS-Gesellschaft und die Wirtschaftskammer verleihen jedes Jahr den "Best Employer Award 2011".

Mit dem "Best Employer Award 2011" wolle man zeigen, was alles mit gutem Willen möglich ist, so Ursula Hensel von der MS-Gesellschaft. Zu den Preisträgern zählt etwa die Polizei Wien (Chefinspektorin Margit Wipfler, Oberstleutnant Wolfgang Preiszler). Claudia Holzgruber ist "Polizistin mit Leib und Seele". Wegen ihrer MS-Erkrankung wechselte sie in den Innendienst, dort aber "fehlte mir der Kontakt mit den Menschen". An guten Tagen ist sie wieder "auf der Straße".

Natascha Lercher, 26, erhielt bereits mit 17 die Diagnose MS, ließ sich dennoch zur medizinisch-technischen Sekretärin ausbilden und arbeitet im Betriebsärztlichen Dienst des Uni-Klinikums Graz . "Meine Arbeitgeber haben mir nicht nur Chancen zur beruflichen Entfaltung gegeben, sondern auch Verständnis. Bei meiner Arbeit fühle ich mich nicht als kranker Mensch."

Der KURIER wurde ebenfalls ausgezeichnet. Nina Rada musste ihr Jus-Studium abbrechen, als MS ausbrach. "Man stellte mich trotz der Diagnose ein." Heute leitet sie das Lebensart-Sekretariat. "Für meine Ressortleiterin Gabriele Kuhn war und ist meine Krankheit nie ein Ausschließungsgrund." Ähnliches Engagement herrscht in der Apotheke Retz . "Meine Chefin Ilse Leisser hat mir nicht nur meinen Arbeitsplatz garantiert, sondern unterstützt mich tatkräftig bei Spitals- und Arztbesuchen." Die "tolle Unterstützung meiner Vorgesetzten" betont Monika Chytil von der Bank Austria . "Obwohl ich jetzt an manchen Tagen Rollstuhl oder Krücken brauche, ist jeder Arbeitstag für mich bewältigbar. Auch durch die Hilfsbereitschaft meiner Kollegen."

Bei BMW Steyr hat man zwar keinen Arbeitsplatz für einen MS-Kranken geschaffen. Aber Manfred Peter wurde Telearbeit ermöglicht, damit er seine im Rollstuhl sitzende, an MS erkrankte Frau betreuen kann. "Die Firma hat schnell und unbürokratisch zugestimmt. Es gibt noch Firmen, die auf die Belange ihrer Mitarbeiter Rücksicht nehmen."

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Erstellt am 23.01.2012