Wissen und Gesundheit
15.10.2017

Was kann Basenwasser?

Das Angebot ist vielfältig: Apparate, die das Leitungswasser zuhause basischer machen, Basen-Tabletten als Trinkwasserzusatz oder gar fertig in Flaschen abgefülltes Basenwasser zum Kaufen. Gemein ist all diesen Produkten: Sie sollen die angebliche Übersäuerung unseres Körpers bekämpfen. Diese vermeintliche Störung des Säure-Basen-Gleichgewichts soll Krankheiten fördern oder sogar zu Krebs führen können. Die Public Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" und der Donau-Universität Krems haben die Faktenlage zum Thema geprüft.

Wissenschaftliche Erkenntnisse fehlen

Studien, die eine solch gesundheitsfördernde Wirkung von Basenwasser belegen können, gibt es allerdings keine. Das verwundert auch nicht, da das Konzept der Übersäuerung wissenschaftlichen Erkenntnissen widerspricht. Wäre beispielsweise das Blut in unserem Körper auch nur eine Spur saurer als normal, hätte das schlimme Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Dasselbe gilt übrigens auch für den Fall, dass es zu basisch wäre. Daher hat unser Körper die Fähigkeit, überflüssige Säuren und Basen einfach mit dem Urin auszuscheiden.

pH-Wert

Was bedeutet Säure und Base überhaupt? Ob eine Flüssigkeit basisch oder sauer ist, zeigt der sogenannte pH-Wert. Für gewöhnlich liegt der bei Wasser bei 7 – es ist neutral. Mineralwasser etwa hat einen pH-Wert von unter 7, denn die enthaltene Kohlensäure macht es schwach sauer. Mineralstoff-Zusätze oder sogenannte „Wasserionisierer“ können den pH-Wert von Leitungswasser auf etwa 9 heben und es so basisch machen.

Mythos

Dass Basen prinzipiell gesund sind, ist ein Mythos. In hoher Konzentration können sie – ähnlich wie Säuren - auch die Gesundheit gefährden. Das zeigt unter anderem ein Zwischenfall aus dem Jahr 2013. Damals gelangte in der Nähe von Bonn Natronlauge – eine extrem basische, ätzende Flüssigkeit – durch einen technischen Defekt in die Wasserleitungen

Mehr Informationen finden Sie hier.