Maria Magdalena begleitete Jesus.

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Kirche
07/22/2016

Maria Magdalena ist jetzt "Apostelin"

Die Heilige wurde auf Wunsch von Papst Franziskus den Aposteln gleichgestellt.

von Ingrid Teufl

SĂŒnderin, BĂŒĂŸerin, GlĂ€ubige und sogar die Geliebte Jesu – der Figur der Maria Magdalena wird vieles zugeschrieben. Nicht immer waren die Kirchenverantwortlichen mit ihrer Rolle als Frau, die Jesus bedingungslos folgte, im Einklang. Doch jetzt erfĂ€hrt die Heilige eine deutliche Aufwertung: Ihr Gedenktag am heutigen 22. Juli wird als "Fest" eingestuft. RangmĂ€ĂŸig ist die "Apostelin" damit in der katholischen Liturgie den Aposteln gleichgestellt.

Es mag fĂŒr Außenstehende nach einem unbedeutenden Akt klingen, den Papst Franziskus da im Juni auf eigenen Wunsch erlassen hat. "In der liturgischen Sprache ist es allerdings ein starkes Signal und zeigt eine deutliche Aufwertung der Frau in der Kirche", sagt Toni Faber, Dompfarrer des Wiener Stephansdoms. Die heutige Zwölf-Uhr-Messe zelebriert daher nicht nur Kardinal Schönborn persönlich, auch viele Frauen werden "ausdrĂŒcklich" mitwirken.

Aus Magdala

Als "Apostelin der Apostel" wurde die Frau, die aus dem Ort Magdala am See Genezareth stammte, bereits bis ins 5. Jahrhundert bezeichnet. Danach trat in kirchlichen Interpretationen des Neuen Testaments ihre Rolle als SĂŒnderin in den Vordergrund. "Apostel" bedeutet "Gesandter". Diesen Personen ist Jesu nach der Auferstehung erschienen, sie trugen die Botschaft weiter. Maria Magdalena war laut Johannes-Evangelium die Erste, die das leere Grab entdeckte, Jesu begegnete und den Aposteln berichtete.

Mutig und ohne Angst

"Sie war mutiger als alle anderen Apostel, die noch verzweifelt ĂŒber seinen Tod waren und Angst hatten", erklĂ€rt Faber. FĂŒr die nun stattgefundene Rangerhöhung eigne sie sich daher am besten. "Sie hat Jesus jahrelang begleitet und verehrt." Die österreichischen Frauenorden begrĂŒĂŸen die Aufwertung ebenso. GeneralsekretĂ€rin Cordis Feuerstein sieht "eine neue SensibilitĂ€t fĂŒr die Wahrnehmung der Frauen in der Kirche".

Friseurin

In der Überlieferung wurde die Rolle Maria Magdalenas auch mit einer unbekannten SĂŒnderin gleichgesetzt, die Jesus die FĂŒĂŸe wusch, mit ihren langen Haaren trocknete und mit Öl salbte. Dies brachte ihr die Funktion als Schutzpatronin der Friseure und ParfĂŒmhersteller ein. Über die Jahrhunderte entwickelte sich ein tĂŒrmchenartiges ÖlgefĂ€ĂŸ als ihr Attribut auf GemĂ€lden – wenn sie nicht gerade neben Maria als zweite weinende Frau der Kreuzigungsszene dargestellt wird.

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