Wissen und Gesundheit
05.12.2011

Männer und ihre Standfestigkeit

Wenn er nicht steht, wie er soll, ist das kein Grund, sich hängen zu lassen. Für viele Männerprobleme gibt es Abhilfe.

Das nächste Mal klappt es bestimmt wieder!" Tröstende Worte helfen Männern nur wenig, wenn sie sich gerade von ihrem besten Stück im Stich gelassen fühlen.

"Männer haben irrsinnige Versagensängste, wenn es um ihre Potenz geht", erklärt die Sexualmedizinerin Elia Bragagna. "Eine Erektion ist oft die einzige Möglichkeit für Männer Kontakt und Nähe zu erzeugen. Bei Problemen ziehen sie sich daher häufig zurück." Dabei gibt es viele Faktoren, die dafür sorgen können, dass im Bett Flaute herrscht. Wie bei der Frau drosselt der Stressnerv die Blutzufuhr zum Genital und verhindert dadurch die Erektion. Schon jeder Vierte ab 30 Jahren hat hin und wieder Probleme, seinen Mann zu stehen .

Vermeidbar

Doch es gibt Hoffnung: "Mehr als die Hälfte aller Erektionsstörungen sind vermeidbar", meint Bragagna. Handelt es sich um ein dauerhaftes Problem, kann das nämlich häufig ein Zeichen für eine Erkrankung sein - etwa Diabetes, Gefäßverkalkung oder Prostataprobleme. Auch Medikamente können sich negativ auf die Leistungsfähigkeit beim Liebesspiel auswirken.

"Oft sind das Zivilisationserscheinungen - die Bevölkerung wird immer älter und kränker, aber lebt Sexualität und will das auch."

Wenn die männliche Standhaftigkeit also regelmäßig streikt, kann das ein Warnsignal sein: "Die meisten Männer haben drei bis fünf Jahre vor einem Herzinfarkt oder Schlaganfall schon Erektionsstörungen. Das liegt daran, dass die kleinen Blutgefäße im Penis schon früher Alarm schlagen, wenn etwas nicht stimmt." Das beste Stück hat also eine Doppelfunktion und dient auch als Antenne für Probleme.

Leider warten Männer durchschnittlich mehr als vier Jahre, bis sie mit einem sexuellen Problem zum Arzt gehen. "Vorher greifen sie lieber zu Potenzpillen und anderen Hilfsmitteln aus Erotikshops - das kann im Extremfall auch lebensbedrohlich werden", warnt Bragagna.

Frühstarter

Doch Erektionsstörungen sind gar nicht das häufigste Problem, mit dem die Männerwelt im Bett zu kämpfen hat: Jeder Dritte setzt dem Liebesspiel mit einem vorzeitigen Samenerguss ein abruptes Ende. Österreichweit kommen rund 150.000 Männer in unter 1,5 Minuten - etwa 30.000 kommen schon, bevor sie überhaupt eindringen.

"Die Situation ist für beide Partner sehr frustrierend. Der Mann lässt das Vorspiel dann oft aus und konzentriert sich auf den Hauptakt, weil er hofft, dadurch länger durchzuhalten. Doch davon hat die Frau noch weniger, denn er kommt trotzdem zu früh. Er schämt sich, dass er sie nicht befriedigen kann und wendet sich ab. Da entstehen viele Krampfsituationen", erklärt Bragagna ein typisches Beispiel. Doch auch das ist kein Grund die Flinte ins Korn zu werfen. "Es gibt für alle Formen des vorzeitigen Samenerguss eine Therapie, auch Medikamente."

Ursachen: Was aufs Stehvermögen drückt

Bluthochdruck Die männliche Standhaftigkeit kann durch etliche Ursachen beeinträchtigt werden. In jedem dritten Fall steckt eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Bluthochdruck oder erhöhte Blutfette dahinter. Auch das Alter und Rauchen sind Einflussfaktoren.

Diabetes In jedem vierten Fall liegt die Ursache bei Diabetes mellitus. Auch eine Operation im Beckenbereich oder eine Rückenmarkverletzung können zu Erektionsproblemen führen. Zum Arzt gehen lohnt sich, denn mehr als die Hälfte aller Erektionsstörungen sind
behandelbar.