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12/05/2011

Macht Brot dicker als Butter?

Bei der Frage, ob man beim Abnehmen auf Kohlenhydrate oder auf Fett verzichten soll, scheiden sich die Geister.

von Laila Daneshmandi

Wer beim Abnehmen eher auf Kohlenhydrate wie Brot, Nudeln und Kartoffeln verzichtet, nimmt besser ab als jene, die ihre Ernährung auf fettarme Kost umstellen - das ist jedenfalls das Ergebnis einer Meta-Studie im Journal of Human Nutrition and Dietetics . Hier wurden vier Diäten verglichen.

Eine weitere Studie aus den USA zeigt: Wer auf kohlenhydratarme Kost umsteigt, leidet beim Abnehmen weniger unter einem ständigen Hungergefühl als bei einer fettarmen Diät. Männer haben dabei sogar besser abgenommen als Frauen. Lautet die neue Abnehm-Devise also Low-Carb statt Low-Fat?

"So einfach kann man das nicht sagen", meint dazu der Stoffwechsel-Experte Univ.-Prof. Bernhard Ludvik von der MedUni Wien. "Es gibt noch immer keinen klaren Beweis dafür, dass eine kohlenhydratarme oder fettarme Diät langfristig zu günstigen Ergebnissen führt." Weniger Kohlenhydrate würden möglicherweise ein geringeres Hungergefühl begünstigen -, aber nur, so lange jemand die Diät auch durchzieht. Denn: "Das große Problem ist, dass eine Diät auch den Präferenzen eines Menschen entsprechen muss - er muss die Ernährungsweise ja dann für den Rest seines Lebens durchhalten."

Ist also weder die eine, noch die andere Abnehm-Methode der Weisheit letzter Schluss? "Wenn ich abnehmen will, muss ich auf der einen Seite Kalorien reduzieren und auf der anderen Seite mehr Kalorien verbrauchen - und das mit einer Ernährungsform, die ich lebenslang durchhalten kann." Jemand, der körperlich aktiv ist, brauche natürlich auch Kohlenhydrate.

Mediterran

Die einzige Ernährungsweise, bei der bewiesen ist, dass sie in allen Belangen überlegen ist, sei die mediterrane Ernährung - nämlich auch in Bezug auf Diabetes, Schlaganfall und Krebs, erklärt Ludvik.

Dazu gehören viel Fisch, Hülsenfrüchte, ungesättigte Fette (etwa in Olivenöl oder auch im Fisch) sowie viel Obst und Gemüse. Im Endeffekt gehe es darum, die richtigen Kohlenhydrate (mit einem niedrigen glykämischen Index - etwa in Vollkornbrot) und die richtigen Fette (nämlich die einfach und mehrfach ungesättigten, wie sie in Pflanzenölen und in Fisch zu finden sind) zu sich zu nehmen.

Zwar ist das nicht der schnellste Weg zur Bikinifigur, aber wohl der langfristige Weg zu einer gesunden Ernährung. Ludvik betont neben der ausgewogenen Ernährung außerdem die Bedeutung der Fitness: "Der fitte Dicke lebt gesünder als der nicht fitte Schlanke."