Nicht nur der Amur-Tiger ist gefährdet, auch viele andere Arten sind bedroht.

© REUTERS/ILYA NAYMUSHIN

Neuer WWF-Bericht
10/27/2016

Die Bestände von Wirbeltierarten schrumpfen

Verschlechterungen und Verlust von Lebensräumen sind die wesentliche Gründe. Der WWF hofft durch Umsetzung des Klimavertrags auf Wende.

Die Bestände zahlreicher Wirbeltierarten sind seit dem Jahr 1970 im Schnitt um die Hälfte geschrumpft und werden voraussichtlich bis 2020 um durchschnittlich 67 Prozent abnehmen. Das geht aus dem Living Planet Report hervor, den die Naturschutzorganisation WWF alle zwei Jahre erstellt. Hauptgründe für den Rückgang in den Populationen sind die Verschlechterung und der Verlust von Lebensräumen.

Der Kollaps der Fischbestände und die Anreicherung der Atmosphäre mit Kohlenstoff seien "weitere drastische Auswirkungen dieser Entwicklung", berichtete der WWF Österreich in einer Aussendung. Es stehe schlecht um die Gesundheit unseres Planeten. Gegenwärtig brauche die Menschheit Ressourcen von 1,6 Erden auf. Die Folgen der Überbeanspruchung der Erde - der sogenannte Overshoot - sind laut Experten offensichtlich.

Süßwasser: "Besonders dramatisch"

"Das Verhalten der Menschheit treibt den globalen Rückgang der Wildtierpopulationen an, das betrifft sämtliche Habitate, auch den Lebensraum Süßwasser, wo die Situation besonders dramatisch ist", erläuterte Thomas Wrbka, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates des WWF. Auch die Produktion von Nahrungsmitteln ist ein zentraler Faktor für die Zerstörung von Lebensräumen und für die Reduzierung von Wildtierbeständen. Derzeit verbraucht die Landwirtschaft rund ein Drittel der gesamten Landfläche der Erde und beansprucht etwa 70 Prozent des Wasserverbrauchs.

"Die wild lebenden Tiere verschwinden geradezu in rasender Geschwindigkeit", sagte WWF-Österreich-Geschäftsführerin Andrea Johanides. "Verschwinden Spezies, kollabieren letztlich Ökosysteme, die den Menschen mit sauberer Luft, Wasser und Ernährung versorgen. Wir haben aber die Instrumente und das Wissen, um dieses Problem zu lösen - und wir müssen endlich beginnen, diese auch einzusetzen, wenn wir es mit dem Erhalt unseres Planeten ernst meinen."

Auch ermutigende Anzeichen

Der Report ortet jedoch auch "ermutigende Anzeichen" für einen Übergang zu einer nachhaltigen Zukunft. Für die Agenda 2030 der UNO und den Weltklimavertrag von Paris beginne "die entscheidende Phase der Umsetzung", betonte Johanides.

Die Studie Living Planet Report basiert auf dem Living Planet Index der Zoologischen Gesellschaft London (ZSL). Er ist laut WWF ein wichtiger Gradmesser für den ökologischen Zustand der Erde und basiert auf wissenschaftlichen Daten zu mehr als 14.000 untersuchten Populationen von Wirbeltieren auf der ganzen Welt.

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