Kakapos sind erneut vom Aussterben bedroht.

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Wissen
06/14/2019

Letzte Kakapos in Gefahr: Pilz bedroht pumelige Papageien

Nach einer vielversprechenden Brutsaison ist der vom Aussterben bedrohte Kakapo nun erneut in Bedrängnis.

Im Jahre 1994 gab es gezählte 47 Kakapos weltweit - ein Tiefststand. Seitdem hat sich der Bestand aufgrund intensiver Bemühungen um die wenigen verbliebenen Vögel langsam erholt, Anfang dieses Jahres gab es wieder 147 Kakapos. Doch nach der vielversprechenden Brutsaison schwebt der vom Aussterben bedrohte Kakapo nun erneut in Gefahr. Bereits sieben der neuseeländischen Papageien sind in den letzten Monaten der Pilzerkrankung Aspergillose zum Opfer gefallen, teilte der Zoo in Auckland mit. In der Tierklinik des Zoos war zuvor ein 100 Tage altes Küken gestorben.

Derzeit gehen die Wissenschafter davon aus, dass die hohen Temperaturen zu der starken Ausbreitung von Aspergillosis führte.
Auch die in diesem Jahr außergewöhnlich gut mit Nachwuchs gefüllten Nester begünstigten der Hypothese zufolge die Krankheit.

Auch Küken sterben

„Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurde bei 16 Vögeln Aspergillose diagnostiziert. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass dieses Küken das Letzte ist, das wir verlieren“, teilte das Kakapo-Bestandsprogramm der Naturschutzbehörde (DOC) mit. Insgesamt sind derzeit 35 Kakapos in drei neuseeländischen Tierkliniken in Betreuung und Behandlung.

Flugunfähiger Papagei

Der pummelige, flugunfähige Papagei befand sich schon einmal kurz vor dem Aussterben. Am Tiefpunkt des Artbestands in den 1990er-Jahren gab es weniger als 50 Exemplare. Im Moment leben 142 Vögel auf den Inseln Codfish Island (Whenua Hou) und Anchor Island (Puke Nui) abseits der Küste von Neuseelands Südinsel.

Überlebenskampf

Ihr Überleben verdanken die Papageien den Bemühungen von mehr als 100 Wissenschaftlern. Diese verhalfen dem Kakapo in diesem Jahr zu einer Rekord-Brutsaison: 50 Weibchen hatten 249 Eier gelegt, aus denen 77 lebendige Küken geschlüpft waren. Fünf davon sind bereits an Aspergillose gestorben, außerdem zwei ausgewachsene Vögel. Die Atemwegserkrankung sei „weit verbreitet, schwer zu diagnostizieren und noch schwerer zu behandeln“, heißt es aus dem Zoo Auckland.